Beschreibung
Dieses Denkmal erinnert an die Hinrichtung von 27 „Klöppelkriegern“ (Klëppelkricher) im Jahr 1790 auf dem Glacis der Porte Neuve. Ihre Beisetzung auf dem Gelände des Liebfrauenfriedhofs konnte jedoch durch die 2016 durchgeführten archäologischen Ausgrabungen nicht nachgewiesen werden. Als Gegner des republikanischen und antiklerikalen Regimes erhoben sie sich gegen die Abschaffung der Privilegien des Ancien Régime sowie die Angliederung Luxemburgs an Frankreich als „Département des Forêts“ (Département der Wälder) und verweigerten den Militärdienst in Frankreich. Der Protest griff auf mehrere Provinzen der ehemaligen Österreichischen Niederlande über. Die Romantik stilisierte sie später zu Patrioten, die Luxemburg verteidigten. Bis heute wird ihr Andenken in der Literatur, durch zahlreiche Denkmäler und in der Philatelie gewürdigt.
Das nach einem Entwurf des Kunstpädagogen Edmond Lux gestaltete Denkmal wurde am 29. Oktober 1972 auf Initiative des Verlegers François Mersch eingeweiht, finanziell unterstützt durch Mitglieder der „Auto-Revue“. Der Standort verweist symbolisch auf die ehemalige Kapelle des Glacis, die während der damaligen Umstürze zerstört wurde und seither hier verschüttet liegt. Das Denkmal besteht aus einem Schieferblock aus den Schieferbrüchen von Martelange und einer großen Gusseisenplatte, die von der Gießerei Arbed-Dommeldange gefertigt wurde. Die Schieferplatten stammen aus den Schieferbrüchen von Asselborn, der Heimat des Aufständischen Michel Pintz, von dem die damaligen Initiatoren annahmen, dass er an diesem Ort als Letzter hingerichtet worden sei. Das Bild der Eiche und die Wahl der Materialien stehen nicht nur für Stärke und Widerstandsfähigkeit, sondern auch für den Zusammenhalt zwischen der Bauernschaft, der Stadtbevölkerung und der Arbeiterklasse. Während Bauarbeiten für die Straßenbahn wurde das Denkmal abgebaut, restauriert und anschließend inmitten der grünen Friedhofsanlage wieder aufgestellt. Dadurch konnte die historische Einfriedung in ihrer ursprünglichen Ausrichtung wiederhergestellt und dem Denkmal ein Ort der Andacht gewidmet werden.