Laurent Menager (1835–1902)

Laurent Menager wurde am 10. Januar 1835 als Sohn eines Bäckers in Pfaffenthal geboren. In jungen Jahren nahm er Geigen-, Cello- und Klavierunterricht bei einem Musiker der preußischen Garnison. Nach seinem Studium am Athénée setzte er seine Ausbildung am Kölner Konservatorium fort. Anschließend kehrte er nach Luxemburg zurück und nahm eine Stelle als Lehrer an der Musikschule der Stadt Luxemburg an, wo er bis zu ihrer Schließung 1882 unterrichtete. Aus dieser Zeit stammt auch die enge Freundschaft mit Michel Lentz und Edmond de la Fontaine, deren Texte er später vertonen sollte. Im Jahr 1857 gründete Laurent Menager den Männerchor Sang a Klang und trat als einer der Mitbegründer des Allgemeinen Musikervereins (heute die Union Grand-Duc Adolphe, UGDA) auf. Ab 1861 war er als Organist in der Matthäuskirche in Pfaffenthal tätig. Daneben dirigierte er die Chorale Sainte-Cécile und leitete die Chöre des Blasorchesters sowie des Geselleveräins. Nach 1882 unterrichtete er Musik an der Grundschule sowie an der École normale, an der die Lehrkräfte ihre Ausbildung erhielten. Außerdem hatte er von 1889 bis 1902 eine Lehrstelle am Athénée inne. Laurent Menager gilt als einer der Pioniere der Gesangsausbildung an den öffentlichen Schulen Luxemburgs. Neben Kantaten, Operetten und Symphonien komponierte er auch Kammermusik, Kirchenmusik und einfache Lieder. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem d’Margréitchen, Ihr lieben Vöglein, die Operette Den Här an d’Madame Tullepant (mit Text von Edmond de la Fontaine), Déi schéinste Blumm, Eng Tréin, Am Gäertchen und Alma Redemptoris Mater.

Laurent Menager verstarb am 7. Februar 1902. Im Jahr 1905 wurden seine sterblichen Überreste verlegt und unter dem aktuellen Grabmal zur letzten Ruhe gebettet. Der Entwurf für das Grabmal im Jugendstil stammt vom luxemburgischen Architekten Goerges Traus (1865–1941), die Büste wurde vom luxemburgischen Bildhauer Jean Mich (1871–1919) gefertigt. Die übrigen Skulpturen wurden von dem aus dem Bahnhofviertel stammenden Steinmetz Jean-Pierre Meyer (1864–1917) geschaffen, der in Dijon und Nancy Bildende Kunst studiert hatte. Anlässlich der Umbenennung der ehemaligen Rue d’Eich in Rue Laurent Menager (1925) wurde ein Schild zu Ehren von Laurent Menager am Grabmal angebracht.

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