Geschichte

Die erste Kläranlage in Beggen stammt aus dem Jahr 1920. Das aufgrund seiner geografischen Lage gewählte Gelände liegt am tiefsten Punkt der Hauptstadt, sodass das Abwasser ganz einfach durch Schwerkraft dorthin gelangt.

Angesichts des Bevölkerungszuwachses in den 1930er Jahren wurde eine zweite Kläranlage in Bonneweg errichtet, die 1936 in Betrieb genommen wurde. Etwa zeitgleich, im Jahr 1939, wurde die Kläranlage Beggen zum ersten Mal erweitert. 1974 erfolgte dann ein neuerlicher Ausbau der Anlage.

Um die Jahrtausendwende wurde aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen beschlossen, das Abwasser zentral in der Kläranlage Beggen aufzubereiten und die Kläranlage in Bonneweg endgültig stillzulegen.

Damit die Kläranlage den Bedürfnissen der Bevölkerung hinsichtlich der Abwasserentsorgung gerecht wird und zur Einhaltung der damals geltenden europäischen Vorschriften wurden zwischen 2007 und 2012 umfassende Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten an der Kläranlage Beggen vorgenommen.

Die im Oktober 2011 eröffnete und im März 2012 in Betrieb genommene Anlage hatte damals eine Aufbereitungskapazität von 210.000 Einwohnerwerten, während die Stadt etwa 96.000 Einwohner/innen zählte.

Das Projekt kurzgefasst

Die Kläranlage Beggen spielt eine wesentliche Rolle bei der Aufbereitung des Abwassers der Hauptstadt und einiger benachbarter Gemeinden. Angesichts der stark steigenden Bevölkerungszahlen in der Region und der zahlreichen Grenzgänger/innen sowie Pendler/innen, die jeden Tag nach Luxemburg strömen, war ein umfassender Ausbau der Kläranlage unerlässlich. Ziel des Projekts ist es nicht nur, die Aufbereitungskapazität von 210.000 auf 450.000 Einwohnerwerte zu erhöhen, sondern auch sicherzustellen, dass die Anlage den Umwelterfordernissen der nächsten 30 Jahre entspricht, inbesondere was die Einleitung von Abwasser und den Gewässerschutz angeht.

Im Zuge der Erweiterung werden mehrere neue Aufbereitungsanlagen errichtet. Dank eines neuen Vorklärbeckens kann bereits vor der biologischen Aufbereitung ein Teil der Schadstoffe entfernt werden. Das Vorklärbecken umfasst neun große, unabhängige SBR-Anlagen, die eine effiziente Nitrifikation und Denitrifikation des Abwassers sicherstellen. Darüber hinaus wird die Kläranlage auch mit einer innovativen Anlage zur Entfernung von Mikroverunreinigungen mithilfe von Ozonierung und Aktivkohle ausgestattet. Neben der technischen Leistungsfähigkeit wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass sich der Komplex harmonisch in die umliegende Landschaft einfügt – dank einer modernen, umweltfreundlichen architektonischen Gestaltung.

Eckdaten

Der endgültige Entwurf wurde im Juni 2018 vom Gemeinderat gebilligt. Die Bauarbeiten haben im Frühjahr 2020 begonnen und werden voraussichtlich 2030 abgeschlossen sein.