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Beschreibung

Jean Worré (1816–1901) war Bauingenieur und trat 1845 in die Verwaltung für öffentliche Bauten ein. Vor seiner Beförderung zum leitenden Ingenieur im Jahr 1874 wurde er 1858 zum Conducteur erster Klasse ernannt. Viele Jahre lang leitete er den technischen Dienst dieser Verwaltungsstelle. Jean Worré war eher von zurückhaltender Natur, machte aber mit seinen Entwürfen für Bogenbrücken mit großer Spannweite und der Untersuchung der verschiedenen Möglichkeiten zur Überbrückung des Petruss-Tals mit einem einzigen Bogen auf sich aufmerksam. Seine Entwürfe dienten dem Landschaftsgärtner Edouard André (1840–1911), der für die städtebauliche Entwicklung der Militärbrachen der Festung Luxemburg zuständig war, als wichtige Inspirationsquelle. Bis heute zeugen hauptsächlich Archivquellen und Bauprojekte von den Gestaltungsvorschlägen Worrés für Parks und Verbindungswege zwischen der Ober- und Unterstadt. In der Geschichtsschreibung haben seine Bauvorhaben hingegen kaum Niederschlag gefunden. 1893 entwarf Jean Worré mit dem Plan für die Gestaltung des Plateau Bourbon von Hollerich bis zum Sauerbierg am Fuße von Gasperich den ersten gemeindeübergreifenden Bebauungsplan.

Seine Ideen inspirierten neben Edouard André auch den deutschen Architekten und Stadtplaner Josef Stübben (1845–1936) – beide machten sich mit ihren Stadtentwicklungsplänen für das Plateau Bourbon und die Umgebung des Hauptbahnhofs einen Namen. Jean Worré entwarf die Straßenführung zu beiden Seiten von der Avenue de la Gare, begradigte die Rue du Fieldgen (Rue d'Anvers) und verband diese mit der Route d'Esch (Rue de la Semois). Der luxemburgische Ingenieur hatte zudem Edouard André empfohlen, das Petruss-Tal in einen öffentlichen Park umzuwandeln.

Jean Worré war mit Anne Steis (1823–1909) verheiratet. Mit 85 bzw. 86. Jahren erreichten die beiden ein stattliches Alter, denn zum Zeitpunkt ihrer Geburt lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei nur 37 Jahren.

1900 machte Jean Worré mit seinem Werk „Vier Gutachten“ zur geplanten Errichtung einer Kirche in Bonneweg von sich reden. Die von Staatsminister Paul Eyschen (1841–1915) ins Leben gerufene Kampagne zur Förderung von Stein aus Luxemburg regte Jean Worré dazu an, 1893 eine Studie über die Biegefestigkeit der wichtigsten Naturwerksteine zu veröffentlichen, die bei Bauvorhaben in Luxemburg üblicherweise eingesetzt werden. Der Ehreningenieur der Verwaltung für öffentliche Bauten wurde vom König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg zum Offizier des Ordens der Eichenkrone ernannt, der belgische König schlug ihn zum Ritter des Leopoldsordens.

 

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