Jean Blaise (1872–1937)
Jean Blaise wurde am 30. November 1872 im Val des Bons-Malades geboren und verstarb am 6. Juni 1937 in Luxemburg. Der Sohn des Bildhauers Nicolas Blaise und von Catherine Schweich aus Dommeldingen machte sich selbst einen Namen als Bildhauer. Im Rahmen seiner Ausbildung an der Gewerbeschule in Luxemburg-Stadt erhielt er 1891 einen Ehrenpreis für eine Kohlezeichnung. Er setzte sein Studium an der Académie royale des Beaux-Arts von Gent fort, wo er 1894 mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr nahm er an der ersten Ausstellung der Künstlervereinigung Cercle artistique de Luxembourg teil. Sein Ausstellungsstück war die Büste einer Dame mit einem Spatzen, der ihr zulächelt, während sie einen Kussmund formt. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Jean Blaise als Bildhauer in seiner Heimatstadt.
Im Jahr 1900 heiratete er die Belgierin Suzanne Jungers (1866–1948) und zog nach Merl. Sein Unternehmen ging zwar 1904 in Konkurs, führte aber weiterhin Auftragsarbeiten aus. 1906 erschuf Jean Blaise die Kapitelle des Rondells der städtischen Bäder aufseiten des Boulevard Royal. Gemeinsam mit Ernest Grosber und Jean-Baptiste Turping zeichnete er für die dekorativen Bauplastiken des Gebäudes der Banque et Caisse d’Épargne de l’État (1910–1913) an der Place de Metz verantwortlich. Neben seiner Tätigkeit als Bildhauer war er ab 1924 auch Cafébesitzer. Der im Alter von 65 Jahren verstorbene Jean Blaise wurde auf dem Friedhof von Siechenhof beigesetzt.
Sein Grabmal hatte er selbst als Ausstellungsstück und Modell für die Gestaltung künstlerischer Grabdenkmäler entworfen. Auf dem aus Granit und weißem Marmor gefertigten Grabmal sind das Kreuz und Christus, der Erlöser, abgebildet. Die nach unten zeigenden Flammen stehen symbolisch für die verzehrte Lebenskraft. Die auf den Kompositkapitellen dargestellten Engelsfiguren läuten die Auferstehung der Toten ein. Auf dem Segmentbogen ist Gott der Vater als Richter zu sehen. Die Sanduhr steht symbolisch für die vergehende Zeit. Außerdem ist auf dem Grabmal das Zeichen des Bildhauerhandwerks abgebildet.
Val des Bons-Malades
Lage: BM 08-12-01
Konzession: VI 01.743