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Beschreibung

Melchior Bourg wurde am 17. April 1861 in Luxemburg geboren. In die Geschichte eingegangen ist er als der Rosenzüchter, der Luxemburg seine internationale Anerkennung als bedeutende Rosenzüchterstadt eingebracht hat. Bourg entstammte einer alten Luxemburger Familie, die sich auf dem Limpertsberg niedergelassen hatte. Gemeinsam mit Charles Gemen gründete er 1888 das Unternehmen Gemen & Bourg Luxembourg. Der Unternehmer Charles Gemen war bereits 1884 als Sekretär der Handelskammer tätig gewesen. Der Unternehmenssitz befand sich in einem Gebäude in der Avenue Pasteur 63 auf dem Limpertsberg. Die Stadt Luxemburg hat sich für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt und es in ein neues Wohnbauprojekt integriert, für das 2014 der Startschuss fiel.

Bereits 1891 erschloss Melchior Bourg zusätzliche Geschäftsfelder, indem er zuerst als Generalagent von Versicherungen und später als Vertreter von Handelsgesellschaften und Industriebetrieben tätig war. Er war auch einer der Mitbegründer und Aktionäre der 1897 ins Leben gerufenen Société anonyme de Tannerie luxembourgeoise à Mersch. Dies war auch das Jahr, in dem er die Schwester seines Geschäftspartners, Marie Susanne Gemen (1859–1925), heiratete. Der einzige Sohn des Paares, Auguste Nicolas (1898–1910), verstarb im Alter von zwölf Jahren, und so hatte die Familie keine direkten Nachkommen. Deshalb schlossen die Eheleute Bourg-Gemen eine Vereinbarung mit der Stadt Luxemburg, nach der das Gebäude in der Avenue Pasteur 63 nach deren Ableben in den Besitz der Stadtverwaltung übergehen sollte – im Gegenzug für eine jährliche Leibrente in Höhe von 3000 Francs. Gleichzeitig machten die Eheleute Bourg-Gemen auch eine Schenkung an die Stadt in Höhe von 25 000 Francs, um die Einrichtung einer Kinderkrippe in dem Gebäude nach Beendigung ihres Nießbrauchs vorzufinanzieren.

Mit dem Tod von Melchior Bourg am 14. Oktober 1939 ging das Gebäude in das Eigentum der Stadt über, die dort nach umfassenden Umbauarbeiten eine Vorschule einrichtete. Diese war bis 2005 in Betrieb. Auch vererbten die Eheleute der Stadt 500 000 Francs für wohltätige Zwecke. Die Eheleute Bourg-Gemen wurden in das Goldene Buch der Wohltäter der Stadt Luxemburg aufgenommen. An der Fassade ihres ehemaligen Gebäudes wurde eine Gedenktafel angebracht, die die Inschrift „Fondation Melchior Bourg-Gemen“ trägt.

Ab 1893 gab Melchior Bourg und danach das Unternehmen Gemen & Bourg Luxembourg seine Preislisten für Rosenstöcke heraus, die später zu beachtlichen Katalogen heranwuchsen.

1896 veröffentlichte Melchior Bourg auch ein Buch mit dem Titel „Les Roses, petit guide pratique pour la culture des rosiers“ (Rosen. Kleiner Praxisleitfaden für die Rosenzucht). Aufgrund seines großen Erfolgs wurde das Buch im Jahr 1900 nochmals neu aufgelegt. Im selben Jahr war Charles Gemen bei der Pariser Weltausstellung Mitglied der Jury, die außerhalb des Wettbewerbs gezeigte Neuheiten bewertete. Das Unternehmen Gemen & Bourg Luxembourg züchtete im Jahr 1902 bis zu eine Million Rosen – hierzu standen ihm seine Glashäuser zur Veredelung von Rosenstöcken in Töpfen sowie Unterstände zur Überwinterung von Rosenstöcken zur Verfügung. Ab 1907 versandte es Produktkataloge in praktisch alle Länder der Welt. Die Rosenzucht stellte damals einen Industriezweig von nationaler Bedeutung dar. Den Werbeunterlagen aus dem Jahr 1908 kann entnommen werden, dass das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt rund zwei Millionen Rosenstöcke züchtete. Stolz trug es die Medaillen zur Schau, die es im Rahmen der Weltausstellungen von Paris, Sankt Petersburg, Saint Louis, Mailand, Turin, Marseille, Antwerpen, Brüssel, Berlin, Lüttich und London außerhalb des Wettbewerbs errungen hatte. Zum damaligen Zeitpunkt gründete das Unternehmen auch den Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit „Société de secours mutuels des ouvriers et employés de la Firme Gemen & Bourg, rosiéristes, Limpertsberg“, um den Angestellten und Arbeiterinnen und Arbeitern des Unternehmens einen Versicherungsschutz zu bieten. 1917 eröffnete das Unternehmen Gemen & Bourg – Floréal an der Ecke Rue du Marché-aux-Herbes und Rue de la Boucherie einen Laden, in dem Blumen, Töpfe und kunstvoll geflochtene Korbwaren zum Verkauf angeboten wurden.

Zum Gedenken an Melchior Bourg-Gemen wurde eine Straße auf dem Limpertsberg nach ihm benannt.

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