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Beschreibung

Das Grabmal von Jules-Charles-Ernest van Damme (1854–1892) stellt einen Thron mit hoher Rückenlehne dar. Der Granit harmonisiert mit der Bronze der Erinnerungsgitter. Selten sieht man an einem Grabmal befestigte Keramikkränze, meist sind es Haken zum Aufhängen von Blumenkränzen. Abgerundet wird die Szene dieses neuartigen, Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Grabmaltyps durch eine Votivlaterne. Die Tafel aus weißem Kalkstein liefert wichtige Hinweise auf die Persönlichkeit des Begrabenen und spiegelt das damalige Konzept der Staatsbürgerschaft wider, das den Menschen als Diener der Wirtschaft betrachtete, unabhängig von seiner geografischen Herkunft (Brügge) und dem Ort seines Wirkens (Luxemburg). Jules-Charles-Ernest van Damme war Ritter des Leopold-Ordens, des wichtigsten zivilen Ordens in Belgien, sowie Offizier des luxemburgischen nationalen Ordens der Eichenkrone. In beiden Fällen handelt es sich um eine Anerkennung der Verdienste der ausgezeichneten Person durch den Souverän. Jules van Damme kam in der Folge des Deutsch-Französischen Kriegs mit seiner Gemahlin Fortunée Hannuise (1840-1930) im Jahr 1871 nach Luxemburg. Ab März 1871 vertrat er die belgischen Interessen im Großherzogtum, zunächst als Konsul, ab 1882 als Generalkonsul. Van Damme war der erste belgische Konsul in Luxemburg. Er war gut in das gesellschaftliche Leben der Stadt integriert. 1880 wurde er Gründungsmitglied der Aktiengesellschaft „Casino de Luxembourg“ – der einzige Nicht-Luxemburger, der dieser Gesellschaft für Geschäftskontakte angehörte. Unter den Regierungen von Felix de Blochhausen und Edouard Thilges verfolgte van Damme die Entwicklung des „Prince Henri“-Eisenbahnnetzes und der Stahlindustrie und beriet die luxemburgische Regierung bei der Einführung eines Zivilgesetzbuches nach belgischem Vorbild. Ab 1888, zu einer Zeit, als die Wirtschaftskrisen in Italien die Ärmsten dazu trieben auszuwandern, leitete er auch das Konsulat dieses Landes. Damals benötigten die neuen luxemburgischen Stahlwerke Arbeitskräfte für Ihre Erweiterung. Seit seiner Ankunft in Luxemburg förderte van Damme entschieden und regelmäßig die karitativen Tätigkeiten, denen sich seine Frau zwei Jahrzehnte lang widmete. Jules-Charles-Ernest van Damme entschlief am 21. März 1892 (und nicht, wie auf der Grabtafel angegeben, 1893). Sein Begräbnis hatte offiziellen Charakter. Es nahmen daran teil: ein unbewaffnetes Bataillon der Gendarmerie und das Freiwilligenkorps von Luxemburg, die Militärmusik unter der Leitung von Gustave Kahnt, der Präsident der Abgeordnetenkammer, der Präsident des Regierungsrats, der Staatsminister und zwei Minister, mehrere Abgeordnete, das diplomatische Korps und Vertreter der belgischen Regierung.

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