Strategische Entwicklung
Die strategische Entwicklung des Service Autobus der Stadt Luxemburg (AVL) umfasst mehrere Schwerpunkte, die alle auf ein zentrales Ziel ausgerichtet sind: die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer zu steigern. Dazu zählen:
- Ein optimiertes, zuverlässiges und attraktives Busnetz, das alle Stadtteile bedient, Verbindungen zwischen den Stadtteilen mit einem Minimum an Umsteigevorgängen bietet und zudem effiziente Verbindungen zu den Nachbargemeinden, kurze Intervalle sowie die Einhaltung der Fahrpläne garantiert
- Nahtlose, nutzungsorientierte digitale Dienste
- Eine klare Kommunikation, die es Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, fundierte Entscheidungen bezüglich ihrer Mobilität zu treffen
- Eine Flotte mit einem leistungsfähigen, hochmodernen Fahrzeugbestand
- Die Umstellung auf komfortable, umweltfreundliche und lärmfreie Elektromobilität
- Gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich für ihre Arbeit engagieren
- Die Sicherheit sowohl der Fahrgäste als auch des Personals des Service AVL
- Ein Ansatz der kontinuierlichen Verbesserung, der regelmäßige Anpassungen des Netzes an die sich ändernden Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer umfasst
- Ein aktiver Beitrag zur Mobilitätsplanung auf kommunaler und nationaler Ebene
- Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren des öffentlichen Verkehrs, um das Busnetz der Stadt sowie die Verbindungen mit den anderen Netzen (insbesondere CFL, Luxtram und RGTR) weiter zu optimieren
- Die Gewährleistung des Zugangs zu öffentlichen Verkehrsmitteln für Personen mit eingeschränkter Mobilität
Die Umsetzung dieser Strategie zielt vor allem darauf ab, den Erwartungen der Nutzer/innen gerecht zu werden und das Netz gleichzeitig kontinuierlich an ihre Bedürfnisse und an externe Entwicklungen anzupassen. Ziel ist es außerdem, durch eine effiziente, nachhaltige und zukunftsorientierte urbane Mobilität die Barrierefreiheit der Stadt langfristig zu gewährleisten und den ökologischen Herausforderungen zu begegnen. Technologische Fortschritte werden umfassend berücksichtigt und integriert, um einen modernen, dem Innovationsstand entsprechenden Service zu bieten.
Bilanz und Projekte
Der Service AVL hat in den letzten Jahren mehrere Projekte ins Leben gerufen und setzt seine Bemühungen mittels neuer Initiativen fort.
Elektromobilität
Im Jahr 2017 hat die Stadt Luxemburg an mehreren Endstationen mit der Installation von Ladesystemen begonnen. Heute sind zusätzlich zu den 30 Ladepunkten im Depot des <em>Service AVL</em> in Hollerich acht Ladestationen in Betrieb.
Im Jahr 2019 hat die Stadt beschlossen, ihr gesamtes Busnetz zu elektrifizieren, Dieselbusse abzuschaffen und reine Elektrobusse zu erwerben. Zu diesem Zweck wurde 2022 eine Ausschreibung für die Vergabe von Unteraufträgen veröffentlicht, welche die Verwendung von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen vorschreibt.
Bis Ende dieses Jahres ist die Lieferung von 57 weiteren Elektrobussen geplant. So wird die Busflotte der Stadt Luxemburg Ende 2026 zu 95 % aus Elektrobussen bestehen. Im Jahr 2027 sollen 15 zusätzliche Elektrobusse angeliefert werden, wodurch die vollständige Umstellung von der Diesel- auf die vollelektrische Mobilität abgeschlossen ist.
Seit der Elektrifizierung des Netzes konnten die CO₂-Emissionen stark gesenkt werden, was die positiven Auswirkungen dieser Umstellung auf nachhaltige Mobilität verdeutlicht. Im Jahr 2016, also vor der Elektrifizierung des Netzes, emittierten die Busse der AVL-Flotte und der entsprechenden Subunternehmer insgesamt 15 600 Tonnen CO₂ – was 38 % der Gesamtemissionen im Rahmen der Tätigkeiten der Stadt Luxemburg entsprach (Fahrzeuge, Verwaltungsgebäude, technische Infrastrukturen usw.). Mit Abschluss der Elektrifizierung werden diese Emissionen fast vollständig beseitigt.
Installation einer „Depot Management System“-Software einschließlich Geolokalisierung
Der <em>Service AVL</em> installiert derzeit eine Software zur Verwaltung der Elektrobusse im Depot in Hollerich, die es ermöglicht, die Elektrobusse über Nacht zu laden. Zudem kann mit dieser Software die Abstellung der Fahrzeuge im Depot überwacht und der gesamte Prozess weiter automatisiert werden. Darüber hinaus plant der <em>Service AVL</em> die Installation eines sehr präzisen Geolokalisierungssystems im Depot in Hollerich, um die Leistung des „Depot Management System“ zu verbessern.
Videoüberwachung in den Bussen
Im Jahr 2022 hat die Stadt Luxemburg beschlossen, sämtliche Busse ihres Netzes mit einem Videoüberwachungssystem auszustatten. Heute verfügen fast alle Busse im Netz der Stadt über ein solches System, welches dazu beiträgt, die Sicherheit der Fahrgäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erhöhen. Die Einführung des Systems in den verbleibenden Bussen (ca. 5 %) ist für 2027 geplant.
Verbesserungen bei den Diensten in der App
Der <em>Service AVL</em> setzt die Entwicklung der App der Stadt fort, um den Fahrgästen einen besseren Überblick über die öffentlichen Verkehrsmittel zu bieten. So wurde heute beispielsweise eine neue Funktion zur Routensuche innerhalb der cityApp – VDL eingeführt. Sie basiert auf den Daten von Mobiliteit.lu und ermöglicht es den Fahrgästen, ihre Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf einfache, übersichtliche und ihrer Situation entsprechende Weise zu planen. Zudem können häufig verwendete Adressen für einen schnelleren Zugang gespeichert werden. Diese Funktion ergänzt die bereits verfügbaren Echtzeitinformationen und unterstützt die Fahrgäste noch besser bei ihren täglichen Fahrten.
Digitalisierung der Wartehäuschen und neue digitale Anzeigen an sämtlichen Haltestellen
Mehr als 300 Wartehäuschen im Stadtgebiet wurden in den letzten Jahren mit digitalen Bildschirmen ausgestattet. Mittelfristig möchte die Stadt die Digitalisierung ihrer Infrastrukturen intensivieren und auch die Haltestellen ohne Wartehäuschen mit einer digitalen Anzeige ausstatten: So können die Papieranzeigen entfernt und stattdessen die Abfahrtszeiten der Busse in Echtzeit, Angaben zu vorübergehenden Änderungen sowie weitere nützliche Fahrgastinformationen für das gesamte Netz angezeigt werden.
Beteiligung am ATLAS-Forschungsprojekt der uni.lu
Die Universität Luxemburg koordiniert das interdisziplinäre Forschungsprojekt ATLAS (Autonomous Systems for Land, Air and Space), das sich mit der Entwicklung intelligenter und autonomer Systeme für verschiedene Bereiche der Mobilität befasst und den Schwerpunkt insbesondere auf nachhaltige Mobilität, Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und Robotik legt. Im Rahmen dieses Projekts betreut der <em>Service AVL</em> seit 2025 einen Doktoranden, dessen Arbeit sich mit urbaner Mobilität auseinandersetzt. Der <em>Service AVL</em> erhofft sich durch seine Beteiligung an diesem Projekt eine Optimierung bestimmter täglicher Abläufe (Planung, Aufladen, Wartung, Parken) und die Reduzierung gewisser Kosten durch die Erstellung eines digitalen Zwillings der Abläufe. Grundlage hierfür ist das maschinelle Lernen. Darüber hinaus wird die im Rahmen des Projekts durchgeführte Analyse der Verbrauchsdaten der Elektrobusse die Entwicklung intelligenter Ladestrategien ermöglichen und somit einen Beitrag zur Energiewende leisten. Schließlich festigt die Stadt Luxemburg durch ihre Beteiligung am ATLAS-Projekt ihre Position als führende Akteurin im Bereich der nachhaltigen und intelligenten Mobilität, profitiert dank des Zugangs zu wissenschaftlichem Fachwissen von fortschrittlichen Analysemethoden und trägt zur Ausbildung künftiger Fachkräfte im Bereich der städtischen Mobilität bei.
Neues Depot für den Service AVL
Um das vor fast 50 Jahren errichtete Depot des <em>Service AVL</em> in Hollerich mittelfristig zu ersetzen, plant eine Arbeitsgruppe derzeit ein neues Gebäude, das den aktuellen betrieblichen Anforderungen entspricht und vollständig mit den Technologien der Zukunft kompatibel ist.
Autonome Busse
Der <em>Service AVL</em> verfolgt und analysiert die Entwicklungen und Fortschritte im Bereich autonomer Busse, um zu ermitteln, inwiefern diese Technologie den Anforderungen der Dienststelle gerecht werden kann. Langfristig sollen derartige Busse im künftigen Depot des <em>Service AVL</em> automatisiert verkehren können.