Am Donnerstag, den 5. Februar 2026 wurde der Erweiterungsbau der Anne-Beffort-Schule eröffnet.

Aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses rund um die Schule in Kiem musste die bestehende Schule mit geeigneten Infrastruktureinrichtungen ausgestattet werden, um ihre aktuelle Attraktivität inmitten eines aufstrebenden Viertels zu erhalten.

Das Bestandsgebäude der Anne Beffort-Schule (errichtet 1987–1990) sowie der zugehörige Mehrzwecksaal (Anfang 2000) wurden vom Architekturbüro Perry Weber et Associés entworfen. Um eine Kontinuität des äußerlichen Erscheinungsbilds sowie der Funktionalität der Schule im Stadtviertel Kiem zu gewährleisten, wurde mit der Ausarbeitung des Erweiterungsprojekts dasselbe Architekturbüro betraut.

Entsprechend den Anforderungen des Service Enseignement (Dienststelle Schulwesen) und des Service Foyers scolaires (Dienststelle Schülerhorte) der Stadt Luxemburg umfasst das Projekt folgende Aspekte:

  • Einen Erweiterungsbau, in dem elf weitere Klassenräume, fünf Zusatzräume, ein Konferenzraum, Sanitärräume, kleinere Räume zu verschiedenen Zwecken (Reinigung, Lagerung usw.), technische Betriebsräume und eine Aufwärmküche untergebracht sind.
  • Einen neuen Foyer scolaire (Schülerhort) für etwa 250 Kinder mit sechs Aufenthaltsräumen, Sanitärräumen, die auf die Anzahl der betreuten Kinder abgestimmt sind, einer Imbissküche, einem Mehrzweckraum, einer Werkstatt, kleineren Räumen für verschiedene Zwecke (Reinigung, Lagerung, Waschküche, Dusche usw.) sowie einem Spielplatz im Freien.
  • Das bereits vorhandene Schulgebäude soll ebenfalls renoviert werden, um es funktionell und technisch auf den neuesten Stand zu bringen und die Sicherheitsvorkehrungen im gesamten Gebäude an die geltenden Vorschriften und Regelungen anzupassen. In der Zwischenzeit wurde ein Teil der alten Hausmeisterwohnung zu einer Bibliothek umgebaut. Der Großteil des Gebäudes, in dem sich die ehemalige Hausmeisterwohnung befand, wurde indessen abgerissen. Die neue Hausmeisterwohnung befindet sich im Erweiterungsbau.
  • Der bestehende Schulhof hinter der Schule wurde abgerissen. Stattdessen wurde ein neuer, größerer, überdachter Schulhof angelegt.
  • Der öffentliche Zugangsweg zu den Wohnungen auf der Rückseite wurde beibehalten und an die neue Konfiguration des Erweiterungsbaus angepasst.

Beschreibung

Um die Bau- und Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, fiel die Wahl auf einen kompakten Einzelbau, der sich sowohl für schulische als auch außerschulische Aktivitäten eignet. Auf diese Weise bietet das Gebäude neben seiner Hauptfunktion als Grundschule und Schülerhort auch Platz für die Sanitäranlagen sowie die Technik- und Betriebsräume.

Andererseits können die Räume des <em>Foyer scolaire</em> dank der geschickten Anordnung im Gebäude bei Bedarf ohne großen Kostenaufwand in weitere Klassenräume umgewandelt werden.

Durch die U-förmige Anordnung der verschiedenen Nutzungsbereiche entsteht ein zentraler Mehrzweckbereich, der für verschiedene Aktivitäten außerhalb des üblichen Klassenverbands genutzt werden kann. In diesen Innenbereichen kann auch gespielt werden. Die Klassenzimmer und die für Aktivitäten vorgesehenen Räume sind zudem durch weitere, kleinere Begegnungsbereiche miteinander verbunden.

Durch die moderne Gestaltung hebt sich der Erweiterungsbau einerseits vom bestehenden Gebäude ab, andererseits entsteht durch die großflächige Verkleidung der Fassaden in Verlängerung der bestehenden Schule mit Terrakottaziegeln aber auch eine Einheit mit dem Bestandsgebäude.

Das Energiekonzept ist auf die großen klimatischen Herausforderungen abgestimmt, die zurzeit für ein derartiges Projekt bestehen. Das für die technischen Studien zuständige Planungsbüro hat einen Energieausweis der Kategorie B für das Gebäude erhalten.

Die meisten Dächer wurden mit einer Dachbegrünung versehen, um den Ertrag der Photovoltaikanlage zu steigern. Die Flachdächer werden mit der technischen Ausstattung für Niedrigenergiehäuser versehen (Photovoltaik- und Solarmodule, die an eine Kühleinheit unter der Erde angeschlossen sind).

Das vorhandene Gelände wird mithilfe geeigneter Stützvorrichtungen an das äußere Erscheinungsbild des Projekts angepasst.

Der Einsatz thermoaktiver Bodenplatten trägt zur Abkühlung der genutzten Räume in starken Hitzeperioden bei.

Der Großteil der Fassaden wurde mit verspielt gemusterten HPL-Schichtstoffplatten verkleidet.

Die restlichen Fassadenabschnitte wurden mit Terrakottaziegeln ausgeführt, deren Format und Farbgebung den Ziegeln des Bestandsgebäudes ähneln.

Der Zugang zu den Küchen und Garagen wurde mit Dämmplatten verkleidet und verputzt.

Es wurde darauf geachtet, dass natürliches Licht in die Räumlichkeiten gelangt. Die Fassaden sind so ausgerichtet, dass die hauptsächlich genutzten Bereiche auf natürliche Weise erhellt werden. Verschiedene, diskret angebrachte Sonnenschutzsysteme sorgen für größtmöglichen Komfort für die Nutzer/innen der Räume.

Bei der Planung des Projekts wurden aktuelle technische Entwicklungen berücksichtigt.

Wichtige Abmessungen:

  • Gesamte Nutzfläche des Erweiterungsbaus: 4866 m²
  • Gesamtvolumen des Erweiterungsbaus: 25 865 m³

Außenanlagen

Im Außenbereich wurde ein neuer überdachter Schulhof angelegt. Er bietet den Schülerinnen und Schülern bei schlechtem Wetter einen angenehmen Pausenort.

Der bestehende, an den überdachten Teil angrenzende Schulhof wurde neu gestaltet. Er umfasst nun einen Bereich für die Schülerinnen und Schüler der Zyklen 2 bis 4.

Im Erdgeschoss wurde ein neuer Hof für die Schülerinnen und Schüler des Zyklus 1 mit einem eingezäunten Bereich für geeignete Spielmodule eingerichtet. Ein etwas vorspringender Teil des Erweiterungsbaus dient den Kindern ebenfalls als Schulhof. Beide Höfe wurden mit einem wasserdurchlässigen, farbigen Hartbelag versehen, rund um die Spielgeräte wurden weiche Oberflächen angebracht; der Bereich wird dabei durch einen Wechsel zwischen Erhebungen und Vertiefungen aufgelockert. Eine Ausnahme: Der Sportplatz auf dem Hof der Zyklen 2 bis 4 wurde mit einem klassischen Belag versehen.

Vor dem Speisesaal auf Hofebene wurde eine Außenterrasse mit 72 Plätzen angelegt. Sie wird durch zwei einfahrbare Sonnensegel beschattet.

Am Eingang zum Erweiterungsbau in der <em>Rue Anne Beffort</em> wurden ein Abstellraum für Fahrräder und Spielzeug sowie ein Windfang errichtet. Beide Gebäude weisen ein Flachdach auf und wurden mit Terrakottaziegeln verkleidet.

Parallel zur Südfassade wurde ein Parkplatz mit 23 Stellplätzen für das Schulpersonal angelegt. Dieser dient auch als Zufahrt für die Belieferung der Schulküche.

Als Trennung zwischen dem Parkplatz und der Südfassade des Erweiterungsbaus wird ein Bereich mit Halbstamm-Bäumen angelegt.

Die für Kinder zugänglichen Bereiche auf dem Gelände wurden vollständig mit geeigneten Metallzäunen gesichert.

Chronologischer Ablauf

  • 8.4.2020: Genehmigung des endgültigen Entwurfs durch den Schöffenrat
  • 18.5.2020: Genehmigung des endgültigen Entwurfs durch den Gemeinderat 
  • 14.6.2021: Erteilung der Baugenehmigung
  • 15.10.2021: Genehmigung durch das Umweltamt
  • 1.11.2021: Beginn der Vorbereitungsarbeiten
  • 21.6.2022: Grundsteinlegung
  • 20.2.2023: Richtfest
  • 15.9.2025: Inbetriebnahme des neuen Gebäudes 
  • 5.2.2026: Offizielle Eröffnung 

Bauphasen

Die verschiedenen Phasen der Bauarbeiten wurden so geplant, dass der Schulbetrieb im bestehenden Gebäude aufrecht erhalten werden konnte.

  • Abriss-, Erd- und Rohbauarbeiten: 2022 ausgeführt
  • Abdichtung, Fassaden, Abschluss der Rohbauarbeiten: im Laufe des 1. Halbjahres 2023
  • Vom Innenausbau bis zu den Arbeiten an den Außenanlagen: 1. Halbjahr 2023 bis Mitte September 2025

Kosten des Gebäudes

  • Bewilligter Kostenvoranschlag: 26 331 472,87 € (Genehmigung durch den Gemeinderat am 18.5.2020; einschließlich Honorare und Gebühren)
  • Berichtigter bewilligter Kostenvoranschlag: 35 357 108,11 € (Genehmigung durch den Gemeinderat am 31.3.2024; einschließlich Honorare und Gebühren)

Für den Bau des Schulgebäudes wurden Zuschüsse vom Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend sowie vom Ministerium für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung gewährt.

Bauherrin

Ville de Luxembourg – Service Bâtiments

Projektbetreuung

  • Architektur: Architectes Perry Weber et Associés SA
  • Ingenieurbau: TR Engineering S.A.
  • Gebäudetechnik: RMC Consulting
  • Kontrollstelle: Luxcontrol
  • Bodenuntersuchung: WPW Geoconsult
  • Sachverständigengutachten: Eneco S.A.

Gewerke

  • Rohbauarbeiten: Costantini S.A., LT Enrobage S.A.
  • Dachdeckerarbeiten: Jacobs & Sohn GmbH, Jängi Kremer & Fils Sàrl
  • Schreinerarbeiten im Außenbereich: Metalica Home Sàrl
  • Fassaden aus Schichtstoffplatten: Prefalux Construction S.A.
  • Fassaden: Peinture Phillipps Sàrl
  • Baugerüst: Lux-Échfaudages Sàrl
  • Elektroinstallation: EGDL S.A., AET Sàrl, TEC Equipements S.A.
  • Elektroinstallation Renita: Société Momentanée ConnectCom – EPT
  • HLKK- und Sanitäranlagen: Gabbana Sàrl
  • Aufzugsanlage: Otis Luxembourg S.à.r.l.
  • Photovoltaikanlage: Wagner Electric Solutions
  • Malerarbeiten: Lux Decor Peinture S.A.
  • Estrich und Fliesenlegearbeiten: Maroldt Sàrl
  • Innenputz, Trockenbau (Deckenverkleidung): Schnur Système Sàrl
  • Weiche Bodenbeläge: Brisbois Sàrl
  • Außenanlagen: CEB Aménagements Sàrl
  • Sonnensegel: Feuer & Stein Sàrl
  • Küchenausstattung: Nalis S.A.
  • Schreinerarbeiten im Innenbereich: Prefalux Construction S.A., Luxcreations Sàrl, Hubert Schmit GmbH, Konzeptsaal Sàrl
  • Brandschutzabschnitte: Ginge-Kerr Luxembourg S.A.
  • Schlosserarbeiten:
  • Akustische Wandverkleidung: TBS GmbH
  • Malerarbeiten: Reiserbann Peinture et Decorations
  • Küchenausstattung:
  • Beschilderung: D-CO Sàrl
  • Ausstattung: Galerie Moderne sàrl, Telkea S.A.
  • Anschlussarbeiten: Kuhn Constructions S.A.
  • Mobiliar: Emotec Sàrl
  • Reinigung: Wisag Cleaning Service Sàrl
  • Räumungsarbeiten: Polygone Sàrl
  • Bewachung: GDL Security Sàrl
  • Ausstattung: Möbel Alvisse, Lux Fire Protection Sàrl, Marx Sàrl, Hospilux S.A., Creafil Sàrl, Reinert Sàrl
  • Verdunkelungsrollos: Decoma