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Beschreibung

Das „Hinzerter Kräiz“ ist der Inbegriff einer Gedenkstätte. Jedes Jahr um den 25. Februar kommt hier die Ligue Luxembourgeoise des Prisonniers et Déportés Politiques (LPPD) zusammen, um am Fuße des Monument national de la Résistance et de la Déportation (Nationaldenkmal für Widerstand und Deportation) eine Gedenkfeier abzuhalten.

Das Material für das Hinzerter Kreuz stammt aus dem ehemaligen SS-Sonderlager Hinzert (Hunsrück). Der Schreiner Joseph Colabianchi, der selbst politischer Gefangener in diesem Lager war, hat das Kreuz aus dort abgetragenen Balken gefertigt. Ende 1945 wurde es an der Stelle errichtet, an der die Luxemburger begraben worden waren.

Das „Hinzerter Kreuz“ auf dem Liebfrauenfriedhof geht auf die Begräbnisfeierlichkeiten zurück, die am 9. und 10. März 1946 in Luxemburg organisiert wurden. Seitdem findet jedes Jahr am Nationalen Gedenktag eine offizielle Zeremonie am Denkmal statt. 1946 war es der Regierung gelungen, die exhumierten sterblichen Überreste von 78 luxemburgischen Widerstandskämpfern nach Luxemburg heimzuholen, die im Sonderlager Hinzert ermordet, im Kölner Gefängnis Klingelpütz hingerichtet, im Zuge der Luftangriffe in Wiesbaden ums Leben gekommen oder im Strafgefängnis Frankfurt-Preungesheim erschossen worden waren.

Ende der 1960er-Jahre wurde die Gedenkstätte umgestaltet und um einen Vorplatz erweitert. Die Einweihung erfolgte am 10. Mai 1969. Seitdem trägt das Denkmal den Namen „Monument de la Déportation“. 1974 wird es von der Regierung als „Nationaldenkmal“ eingestuft. Auf Wunsch des Conseil national de la Résistance erhält das Denkmal schließlich den Namen, den es auch heute noch trägt: „Monument national de la Résistance et de la Déportation“.

Im Rahmen einer Vergrößerung und Neugestaltung der Gedenkstätte wird eine Bronzestatue des Widerstandskämpfers Lucien Wercollier (1908-2002) errichtet, die den Namen „Le prisionnier politique“ (Der politische Gefangene) trägt. Der Professor für künstlerische Bildung war unter den ehemaligen politischen Gefangenen des Sonderlagers Hinzert und Häftling der Konzentrationslager in Lublin und Schlesien. Im Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers, die aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Deutschland stammten, entwirft Lucien Wercollier 1986 für den Gedenkplatz im ehemaligen Sonderlager Hinzert das Denkmal In ardorem humanitatis, pacis et iustitiae“.

Das „Monument national de la Résistance et de la Déportation“ symbolisiert das Leid aller, die sich zwischen 1940 und 1945 der Politik der Nazi-Besatzer widersetzt haben. Nicht nur Überlebende kommen hier zusammen, auch Politikerinnen und Politiker nutzen die Gedenkstätte regelmäßig, um daran zu erinnern, dass das Engagement für Unabhängigkeit und Grundfreiheiten nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Die Gedenkfeierlichkeiten am „Hinzerter Kreuz“ bilden allerdings nur einen Teil des offiziellen Programms des Nationalen Gedenktags. Das Programm umfasst auch die Niederlegung eines Blumenkranzes vor dem Nationaldenkmal der Luxemburger Solidarität auf dem „Kanounenhiwwel“ durch S.K.H. den Großherzog sowie eine Kranzniederlegung am Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der Shoah auf dem Boulevard Roosevelt und am „Monument du Souvenir“ (Mahnmal „Gëlle Fra“) an der Place de la Constitution. Auf dem Liebfrauenfriedhof wird das Grab am „Monument national de la Résistance et de la Déportation“ von einem Vertreter der katholischen Kirche, dem Oberrabbiner von Luxemburg sowie dem Pastor der Evangelischen Kirche von Luxemburg gesegnet. Danach werden im Beisein behördlicher Vertreter/innen und der Botschafter/innen vom Präsidenten der Abgeordnetenkammer, vom Premierminister sowie vom ersten Schöffen der Stadt Luxemburg Blumenkränze am „Hinzerter Kräiz“ niedergelegt.

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