Beschreibung
Die Konzession, die ursprünglich der Familie Heck erteilt worden war, ging später durch Heirat an die Familie Welter über. Sie erinnert an mehrere prägende Persönlichkeiten der luxemburgischen Geschichte.
Dr. Michel Welter (1859–1924)
Michel Welter wurde am 21. März 1859 in Heiderscheid in eine einfache Bauernfamilie geboren. Er studierte Medizin an mehreren europäischen Universitäten, bevor er sich 1886 in Esch an der Alzette niederließ. Angesichts der schwierigen Lebensbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter engagierte er sich in der Politik. Aus seiner Verbindung mit Anne Heck (1858–1939) gingen die Kinder Marcel, Alice und Robert hervor.
Michel Welter wurde 1897 zum Abgeordneten gewählt und war 1902 Mitbegründer des Sozialdemokratischen Vereins für Luxemburg und Umgebung sowie 1903 der Sozialdemokratischen Partei, der Vorgängerin der LSAP. Er zählte zu den bedeutenden Persönlichkeiten des Linksblocks zwischen 1908 und 1912 und war zudem 1916–1917 als Generaldirektor für Landwirtschaft, Industrie und Handel in der Regierung Thorn tätig, bevor er die Leitung des Kurorts Bad Mondorf übernahm. Während des Ersten Weltkriegs schloss er sich dem luxemburgischen Sowjet an. Von 1920 bis 1922 war Michel Welter ein letztes Mal Mitglied des Parlaments. Er starb am 22. April 1924 und wurde 1927 in Esch an der Alzette mit einem Denkmal geehrt.
Alice Welter (1899–1918)
Die Tochter von Michel Welter studierte Medizin in München und engagierte sich in der Münchner Räterepublik als Sekretärin von Kurt Eisner. Am 17. November 1918 erlag sie im Alter von nur 19 Jahren der Spanischen Grippe. Die Beerdigung fand auf dem Liebfrauenfriedhof statt, nachdem ihr Leichnam aus München überführt worden war.
Marcel Welter (1889–1919)
Marcel Welter war Diplom-Ingenieur der Technischen Hochschule Aachen und arbeitete zunächst im Werk Düdelingen und später im Werk Lamadelaine. Er war mit Marguerite Gertrude Heinz verheiratet und starb 1919 kinderlos in der Schweiz. Seine Urne wurde auf dem Liebfrauenfriedhof beigesetzt.
Robert Welter (1893–1978)
Robert Welter absolvierte sein Ingenieurstudium in Lüttich und war zunächst in den Fabriken von Esch an der Alzette sowie anschließend für die HADIR in St. Ingbert tätig. Er war mit Marie-Louise Dondelinger verheiratet und Vater von Simone sowie von Dr. Roger Welter. Robert Welter verfasste mehrere wissenschaftliche Artikel und hielt zudem Anteile an der Druckerei von Émile Schroell.
Familie Heck
Die Konzession gehörte ursprünglich Anne Heck. Ihr Vater, Rodolphe Heck (1827–1904), ein aus Diekirch stammender Jurist, war unter anderem als Friedensrichter, Bezirkskommissar und später als Richter am Obersten Gerichtshof tätig. Zu seinen Töchtern gehörte Louise Alice Heck, die Ehefrau von Émile Schroell (1863–1934), des Direktors der Luxemburger Zeitung. Unter seiner Leitung entwickelte sich diese zu einer der führenden liberalen Tageszeitungen des Landes. Rodolphe Heck war der Cousin des Gründers des Escher Tageblatts, Paul Schroell. 1911 lehnte er die Fusion der beiden Druckereien ab – was die Unabhängigkeit beider Zeitungen sicherte. Émile Schroell war Gesellschafter der ARBED. Er verstarb 1934 und wurde in der Familiengrabstätte Welter-Heck beigesetzt.