Französisches Gedächtnisdenkmal
Dieses Denkmal wurde im Jahr 1874 auf private Initiative zweier Franzosen, des Architekten Oscar Bélanger und des Handschuhmachers Gabriel Mayer, zum Gedenken an acht französische Soldaten errichtet, die zwischen Dezember 1870 und Januar 1871 in luxemburgischen Krankenhäusern verstorben waren. Das Denkmal, das durch einen Spendenaufruf finanziert wurde, sollte die freundschaftlichen Bande zwischen Luxemburg und Frankreich zum Ausdruck bringen. Initiatorin der Spendenaktion war die Vereinigung Le Souvenir Français, die im Jahr 1872 von den Militärpfarrern Jules-Joseph und Xavier Niessen gegründet und 1906 von Frankreich als gemeinnützig anerkannt wurde. Die Vereinigung, die das Andenken an die für Frankreich Gefallenen bewahrt, war maßgeblich an der Errichtung zahlreicher Denkmäler in Frankreich und im Ausland beteiligt. Ziel war es, in den Regionen Elsass und Lothringen sowie in ganz Frankreich die Erinnerung wachzuhalten, dass Elsass und Lothringen französische Provinzen sind. Das Denkmal sollte die Luxemburger daran erinnern, nach der Bewahrung ihrer eigenen Unabhängigkeit zu streben. Die Stadt gewährte kostenlos eine verlängerbare Konzession.
Zuvor wurden Grabdenkmale praktisch nie zum Gedenken an einfache Soldaten errichtet, sondern diese wurden in Massengräbern beigesetzt. Das Denkmal aus Stein aus Audun ist eines der ersten, die außerhalb Frankreichs errichtet wurden.
Der Obelisk ist mit einem Anthemion gekrönt. An seinem Sockel sind zwölf Tafeln angebracht, acht davon sind mit den Namen und Lebensdaten der Soldaten versehen. Über jeder Inschrift befindet sich ein Stern. Zwei Lorbeerzweige umrahmen das Abzeichen der Vereinigung Le Souvenir Français. Auf der Vorderseite des Denkmals ist ein Schild mit einer Siegespalme abgebildet. Die Seitenflächen des Obelisken zieren in Stein gehauene Gedenkkränze. Zu beiden Seiten des Anthemions mit Blumenmotiv ist jeweils mittig ein geschnitztes Kreuz angebracht. Es ruht auf einem mächtigen Gesims mit ionischen Voluten. Girlanden mit gekreuzten Bändern vervollständigen das Dekor. Der Sockel des Obelisken ruht auf einem Tympanon mit kleinen Akroterionen. Die Grabstätte ist von Eisenketten umgeben, die an Eckbalustern aufgehängt sind. In die Ketten sind Kanonenkugeln von Schlachtfeldern eingearbeitet.
Val des Bons-Malades
Lage: 07-12-04
Konzession: VI.00.674