Geschichte der Elektromobilität

Ab 1995 werden Pilotprojekte gestartet, um alternative Technologien zu erforschen. Dazu gehören das THEMIS-Projekt mit drei Hybridbussen zwischen 1995 und 1999, das CUTE-Projekt mit drei Brennstoffzellenbussen zwischen 2003 und 2006 sowie das City Shopping Bus-Projekt mit zwei vollelektrischen Bussen, die von 2011 bis 2024 betrieben wurden.

Die Einführung der ersten Hybridbusse im Jahr 2012 stellt einen wichtigen Meilenstein für die Emissionsreduzierung dar.

Dieser Übergang wird 2017 mit der Einführung von Hybrid-Elektrobussen weiter vorangetrieben, wonach schrittweise neue Technologien in die Flotte integriert werden.

Im Rahmen der Pilotprojekte im Bereich neuer Mobilität wird 2018 zusätzlich ein autonomer Elektro-Shuttlebus eingeführt.

Die Inbetriebnahme des ersten vollelektrischen Busses 2020 ist ein entscheidender Wendepunkt hin zu nachhaltigerer Mobilität. Ziel ist es, bis 2027 auf eine vollständig elektrisch angetriebene Flotte umzustellen.

In Fortführung dieser Bestrebungen arbeitet die Stadt bereits an der Entwicklung autonomer Busse und plant weitere Innovationen, um den Service zu verbessern und den Herausforderungen einer nachhaltigen Mobilität gerecht zu werden.

Mehr Lebensqualität

Eine ruhigere Umgebung

Der Einsatz von Elektrobussen reduziert die Lärmbelästigung sowohl für die Fahrgäste als auch für die Anwohnerinnen und Anwohner deutlich. Elektrobusse tragen dazu bei, dass die Stadt ruhiger und angenehmer für die Bewohner/innen und Gäste wird.

Mehr Komfort

Elektrobusse bieten ein angenehmeres Fahrerlebnis dank sanfterem Anfahren, gleichmäßigerer Fahrweise und weniger Vibrationen im Fahrzeug.

Geringere Umweltbelastung

Durch Elektromobilität werden nicht nur CO₂- und NOₓ-Emissionen vermieden, auch die Feinstaubbelastung gehört damit der Vergangenheit an. Sie basiert auf 100 % erneuerbarem Strom (naturstroum), der unter anderem in Wasserkraftwerken erzeugt wird.

Auf diese Weise leistet sie einen Beitrag zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks von Fahrten für alle Nutzenden des Busnetzes.

Technologien und Infrastruktur

Der Übergang zur Elektromobilität beruht auf Technologien, die auf die verschiedenen Fahrzeugtypen zugeschnitten sind, sowie auf einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur.
 

Elektrobusse

ModellTypBatteriekapazitätReichweite
Mercedes eCitaroGelenkbus490 kWhbis zu 300 km
Volvo ElectricStandardbus158,4 kWhbis zu 130 km
Mercedes eCitaroStandardbus350–420 kWhbis zu 350 km

Ladestationen

Die AVL-Busse nutzen ein „Top-Down“-Ladesystem, das für das schnelle und leistungsstarke Laden von Elektrobussen ausgelegt ist. Das Aufladen erfolgt automatisch über einen invertierten Stromabnehmer, der von einer infrastrukturfesten Vorrichtung oder einem Mast auf das Busdach herabgelassen wird und sich mit den dort befindlichen Ladeschienen verbindet.

Die Ladeleistung beträgt bis zu 300 kW, wodurch eine vollständige Aufladung in wenigen Minuten möglich ist. Dieses Ladesystem gewährleistet somit die Aufrechterhaltung des Busbetriebs, ohne dass längere Haltezeiten erforderlich sind.

FAQ zur Elektromobilität

Was versteht man unter Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr?

Elektromobilität ist ein Überbegriff für alle Verkehrsmittel, bei denen Elektrizität als Energiequelle für den Antrieb genutzt wird. In der Regel geschieht dies durch einen Elektromotor, der von einer Batterie gespeist wird – im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Wo werden die Busse aufgeladen?

Auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg gibt es derzeit vier Ladestationen, zwei weitere befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Steinsel sowie eine zusätzliche Station in der Gemeinde Hesperingen. Jeder Standort ist mit mindestens zwei Ladepunkten ausgestattet. Sie befinden sich an den Endstationen bestimmter Linien, damit die im Betrieb befindlichen Busse dort aufgeladen werden können.

Gleichzeitig gibt es im Busdepot eine große Ladestation, die mit 30 Ladepunkten ausgestattet ist.

Wie funktioniert das Laden der Busbatterien?

Zum Aufladen verwenden wir eine Technik, die als „Inverted Pantograph“ (Top-down) bezeichnet wird. Dabei wird der Bus unter eine mit Stromabnehmern ausgestattete Ladestation gestellt. Sobald die Feststellbremse betätigt wird, startet der Ladevorgang automatisch.

Im Depot werden die Busse ausreichend aufgeladen, um ihre Betriebsdauer abzudecken. Dabei wird der Ladezustand absichtlich auf unter 100 % begrenzt, um die Lebensdauer der Batterien zu verlängern.

Welche Kapazität haben die Batterien?

Die nutzbare Batteriekapazität beträgt bei 12 Meter langen Bussen (Standardbussen) 420 kWh und bei 18 Meter langen Bussen (Gelenkbussen) 490 kWh.

Auf diese Weise haben Standardbusse eine Reichweite von bis zu 350 km und Gelenkbusse eine Reichweite von bis zu 300 km.

Welche Vorteile bieten Elektrobusse für die Nutzerinnen und Nutzer?

  • Sie sind deutlich leiser, erzeugen jedoch ein akustisches Signal, um die Sicherheit der Fußgänger/innen zu gewährleisten.
  • Zudem bieten sie ein angenehmeres Fahrerlebnis, da weniger abrupte Brems- oder Beschleunigungsvorgänge notwendig sind. Darüber hinaus produzieren die Busse keine unangenehmen Abgase, die mit der Verbrennung von Diesel verbunden sind.
  • Im Gegensatz zu Dieselmotoren, die ihre beste Leistung auf langen Strecken bei konstanter Drehzahl erbringen, eignen sich Elektromotoren besonders für den Stadtverkehr, der ein häufiges Anhalten erfordert.

Sind elektrisch betriebene öffentliche Verkehrsmittel besser für die Umwelt?

Antwort: JA

  • Sie erzeugen keine direkten Abgasemissionen.
  1. Durch regeneratives Bremsen werden der Bremsenverschleiß und der Ausstoß von Feinstaub reduziert.
  2. Da sie leiser sind, verringert sich die Lärmbelastung in der Stadt, wodurch sich auch die Lebensbedingungen für die lokale Tierwelt verbessern.

Was passiert, wenn bei einem Elektrobus während der Fahrt die Batterie leer wird?

Die Vorgehensweise ist die gleiche wie bei einem Dieselbus: Ein zweiter Bus wird losgeschickt, um die Fahrgäste aufzunehmen, und das von der Panne betroffene Fahrzeug wird abgeschleppt.

Welche Marke wurde ausgewählt und warum?

Die Stadt hat sich für das Modell Mercedes eCitaro entschieden, weil es sämtliche Ausschreibungskriterien erfüllte:

  • Einhaltung der Lieferfristen
  • Verfügbarkeit von Standard- und Gelenkbussen
  • Angemessene Leistung und Haltbarkeit der Batterien
  • Gute Erfahrungen in europäischen Städten mit einem ähnlichen geografischen Profil wie die Stadt Luxemburg
  • Hochwertiger Kundendienst
  • Einfache Beschaffung von Ersatzteilen

Welche Vorteile bietet der Mercedes eCitaro für die Fahrerin/den Fahrer?

Der Fahrerplatz wurde ergonomisch gestaltet und lässt sich intuitiv bedienen. Die wichtigsten Bedienelemente und die Anordnung des Armaturenbretts ähneln herkömmlichen Bussen, was die Bedienung erleichtert.

Welche technische Besonderheit bietet die Busflotte der Stadt Luxemburg?

Die Außenspiegel wurden durch Kameras ersetzt, deren Bilder auf Bildschirmen im Fahrzeuginneren angezeigt werden. So konnten Sicht und Sicherheit verbessert werden.

Eckdaten der Elektroflotte des Service Autobus (Dienststelle Busse)

  • Heute: Die gesamte Flotte besteht aus 130 Bussen, davon 72 Elektrobusse.
  • Ende 2026: Die Flotte soll auf 136 Busse aufgestockt werden, davon 129 Elektrobusse.
  • 2027: Die gesamte Flotte wird zu 100 % elektrisch betrieben.

Hierzu gibt es eine interessante Anekdote: Was bedeutet die Nummerierung und was hat es mit der Nummer 1 auf sich?

Die ersten, im Jahr 1926 erworbenen Busse („Somua M4A/Breteau“) wurden von 1 bis 5 nummeriert. Bis 1960 wurden die Busse fortlaufend nummeriert, bis mit einer Serie von fünf „AEC Reliance/Van Hool“ (101–116) die Nummer 116 erreicht wurde. Einige freigewordene Nummern wurden im Laufe der Jahre neu vergeben, die Nummern 98, 99 und 100 wurden jedoch nie verwendet.

Im Jahr 1969, als die ersten VÖV-Standardbusse eintrafen, wurde die Nummerierung ab 120 fortgesetzt, die Nummern 117 bis 119 wurden nie vergeben. Im Oktober 1983 erhielt der Mercedes-Benz O305 die Nummer 233. Im Januar 1989 begann man anlässlich der Einführung des Mercedes O405 erneut bei 101. Diesmal wurde die Nummerierung bis zur Nummer 297 fortgesetzt – die im Dezember 2013 ein Volvo 7900 Hybrid erhielt. Im Januar 2017 startete man anlässlich der Einführung des Volvo 7900 Electric Hybrid erneut bei Nr. 101. Die Nummern 298 und 299 wurden ausgelassen, letztere wurde lediglich vorübergehend für einen Testbus verwendet.

Die Gelenkbusse wurden ab 1979 separat nummeriert, wobei man bei Nr. 31 begann. Bis 2023 wurde die Nummerierung mehrmals neu gestartet.

Mit der Anlieferung der ersten vollelektrischen Gelenkbusse (Mercedes eCitaro G) im November 2025 wurde die Nummerierung wieder komplett zurückgesetzt – diesmal symbolisch auf die Nummer 1.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Autobus_de_la_Ville_de_Luxembourg