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Beschreibung

Das im Gedenken an Hauptmann Guillaume Weydert errichtete Grabdenkmal ist heute das erste Denkmal neben dem Haupteingang des Friedhofs. Bis zur Neugestaltung des Friedhofs stand diese Grabstele nur in zweiter Reihe. Durch die Abtragung des vorderen Denkmals kommt jenes von Guillaume Weydert nun besser zur Geltung.

Guillaume Weydert wurde am 13. Dezember 1836 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Zammeschmillen-lès Oberanven geboren und ist am 10. Januar 1903 im ehemaligen Schloss Ansemburg verstorben. Mit seinem Eintritt in das Jägerkorps Luxemburgs mit nur 16 Jahren schlägt er eine militärische Laufbahn ein. 1883 wird er zum Leutnant befördert. Danach gehört Guillaume Weydert dem neu gebildeten Polizisten- und Freiwilligenkorps an und wird zum Oberhauptmann befördert. 1889 wird er zum stellvertretenden Rat des Militärgerichtshofs ernannt. Dieses Amt legt er jedoch bereits ein Jahr später nieder – offiziell, um in den Ruhestand zu treten. Eigentlich fühlte er sich aber bei einer Beförderung übergangen, die ihm seiner Meinung nach zugestanden hätte.Infolgedessen verlässt er die Stadt Luxemburg und zieht sich in die von ihm angemieteten Räumlichkeiten auf Schloss Ansemburg zurück. In Luxemburg hatte er die Drei Türme bewohnt, die auch auf seinem Grabdenkmal abgebildet sind. Der ledige Hauptmann wurde als Zivilperson auf dem Friedhof von Ansemburg bestattet. Am 21. Januar 1903 wurde eine Unterschriftenliste für die Errichtung eines Grabdenkmals auf diesem Friedhof auf den Weg gebracht. Am 7. März 1903 wurden seine sterblichen Überreste auf den Liebfrauenfriedhof überführt. „Angesichts des Werks, das Herr Weydert der Stadt vermacht hat“ – ein Modell der Festung Luxemburg – beschloss der Gemeinderat der Stadt Luxemburg am 26. März 1903 auf Vorschlag von Ratsmitglied Dr. Herriges, eine dauerhaft kostenlose Grabkonzession zu gewähren. Die Initiative für die Errichtung eines Grabdenkmals zu seinem Gedenken war von Joseph Junck, Bahnhofsvorsteher und Leiter der Vereinigung „Amis du Capitaine Weydert“, ausgegangen. Die Finanzierung erfolgte mithilfe von öffentlichen Konzerten. Das Organisationskomitee hatte Verhandlungen mit einem luxemburgischen Bildhauer aufgenommen, der 1902 in Paris mit einer Medaille ausgezeichnet worden war. Sollte es sich dabei um den Bildhauer Jean Mich handeln, der zu jener Zeit in Paris eine Medaille errungen hatte? Guillaume Weydert hatte sich mit dem Abzug der Garnison im September 1867 daran gemacht, ein Modell der Festung Luxemburg zu erstellen. Zur Beschaffung von Informationen über die Geschichte und die Erbauung der Festung soll er auch Studienreisen nach Berlin und Paris unternommen haben. Sein Gipsmodell wurde zum ersten Mal 1883 ausgestellt. 1891 entstand die Idee, davon einen Abguss aus Eisen oder Bronze anzufertigen. Trotz des Einsatzes der „Amis du Capitaine Weydert“ wurde der Bronzeabguss erst im April 1903, drei Monate nach dem Tod des Hauptmanns, erstellt. Das in Geislingen hergestellte Bronzemodell wurde nach einer kurzen Ausstellung zuerst in der Geschichtsabteilung des Museums in Pfaffenthal und danach im Staatsmuseum am Marché-aux-Poissons gezeigt. Seit der Eröffnung des Museums Dräi Eechelen ist das Modell im ehemaligen Fort Thüngen ausgestellt.

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