Kurzgefasst

Am Dienstag, dem 6. Juni 2023 stellten die Politikerinnen und Politiker der Stadt sowie Vertreter/innen des Instituts für Geschichte der Universität Luxemburg das wissenschaftliche Werk „Mansfeld revisited“ vor. Zudem wurden die fünf Projekte präsentiert, die in die zweite Phase des europäischen Ideenwettbewerbs zur Aufwertung der Überreste von Schloss Mansfeld aufgenommen wurden. Anschließend wurden die beiden im Rahmen des Wettbewerbs zurückbehaltenen Projekte bekanntgegeben.

Ideenwettbewerb

Aufwertung des Mansfeld-Areals und der Überreste des Anwesens in Clausen

Im November 2022 rief die Stadt einen europäischen Ideenwettbewerb ins Leben, um das Mansfeld-Areal in Luxemburg-Clausen besser zur Geltung zu bringen und neu zu beleben. Zu den Hauptzielen des Wettbewerbs gehörten die Aufwertung dieses einzigartigen historischen Ortes, die Optimierung des Viertels, seiner Grünflächen und bebauten Flächen sowie die Umsetzung eines öffentlichen und inklusiven Programmangebots.

Ziele und Leitlinien des Wettbewerbs

Grundlage für die Festlegung der Ziele und Leitlinien des Ideenwettbewerbs bildete das 2022 abgehaltene wissenschaftliche Symposium. Aus den Analysen ergaben sich sieben grundlegende Leitlinien, die als Rahmen für den Ideenwettbewerb dienten:

  1. Kulturlandschaft
  2. Erhalt der Überreste des Schlosses
  3. Lindenallee
  4. Circuit Mansfeld
  5. Urbaner Obstgarten
  6. Mansfeld-les-Bains
  7. Lebendiges Stadtviertel

Um sicherzustellen, dass die Aspekte Mobilität, Umwelt sowie die komplementäre Beziehung zu den anderen Vierteln der Hauptstadt bei der Entwicklung des zukünftigen Projekts eine zentrale Rolle spielen, wird zudem die Bedeutsamkeit eines städtebaulichen Ansatzes (Architektur, Landschaft, Programmangebot usw.) unterstrichen.

Zurückbehaltene Projekte

Zusammensetzung der Jury

Die Jury setzte sich aus Mitgliedern des Bürgermeister- und Schöffenkollegiums, Vertreter/innen der Direction Architecte und des Service Urbanisme (Dienststelle Stadtplanung) der Stadt Luxemburg, des Institut national pour le Patrimoine Architectural (INPA), des Institut national de Recherches Archéologiques (INRA), der Kammer für Architekten und beratende Ingenieure (OAI), der Verwaltung für öffentliche Bauten sowie fünf nationalen und internationalen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gartengeschichte, Kulturerbeschutz und Archäologie zusammen.

Phase II des Ideenwettbewerbs

Gemäß den Wettbewerbsregeln haben sich nach einer detaillierten Analyse sämtlicher Projekte durch die Jurymitglieder fünf nationale oder internationale multidisziplinäre Teams für die zweite Runde des Wettbewerbs qualifiziert.

  • Becker Architecture & Urbanisme (L)
  • Fabeck Architectes (L)
  • Kaell Architecte (L) + Elmēs Agency (B)
  • Temperaturas extremas Arquitectos (ES)
  • Urban Agency + Binario Architectes (DK/B)

Ausstellung der fünf Projekte mit Bürgerbefragung zu den beiden Projekten in der engeren Auswahl

Bei der letzten Jurysitzung im Mai 2023 wurden, wie in den Wettbewerbsregeln festgelegt, zwei Projekte aus den letzten fünf Projekten ausgewählt: Das Team Kaell Architecte - Elmēs Agency - AREAL - Jean Reitz konnte die Jury mit dem Projekt „Logis Mansfeld“ für sich gewinnen und das Team Agency + Binario Architectes - IN SITU Paysages & Urbanisme - The Impact Lab Architectes überzeugte die Jury dank der vielen Vorzüge seines Projekts „Renaissance de Mansfeld“.

Im Rahmen einer Ausstellung sind die Einwohner/innen des Stadtteils Clausen sowie alle anderen interessierten Personen eingeladen, sich die fünf Projekte anzusehen und ihre Meinung zu den beiden ausgewählten Projekten „Logis Mansfeld“ und „Renaissance de Mansfeld“ zu äußern. Die Schlussfolgerungen dieser Befragung werden anschließend bei der weiteren Entwicklung der in dieser Wettbewerbsphase zurückbehaltenen Projekte berücksichtigt.

Die Ausstellung findet im LUCA Luxembourg Center for Architecture statt:

  • 6.–16. Juni 2023
  • Dienstag bis Freitag, 14:00–17:00 Uhr
  • Sonderöffnungszeiten: Samstag, 10. Juni 2023, 14:00–18:00 Uhr und Montag, 12. Juni 2023, 14:00–17:00 Uhr
  • 1, Rue de la Tour Jacob, L-1831 Grund-Luxembourg

Logis Mansfeld

Renaissance de Mansfeld

Schutz des Kulturerbes und UNESCO-Welterbestätte

Im Jahr 1991 genehmigte der Gemeinderat der Stadt provisorisch den „Joly“ genannten Allgemeinen Bebauungsplan, der 1994 endgültig angenommen wurde. Diese Entscheidung stellte zudem den ersten Schritt zum Schutz des Areals und der Überreste des Anwesens dar, die von der Stadt seit den 1980er-Jahren schrittweise aufgekauft und unter der Bezeichnung „Les vestiges du château et le domaine dit parc Mansfeld“ (Die Überreste des Schlosses und das Mansfeld-Park genannte Areal) unter Denkmalschutz gestellt wurden. Der kommunale Denkmalschutz besteht unter den seit 2017 geltenden Regelungen fort.

In Fortführung des kommunalen Denkmalschutzes und in Zusammenarbeit mit dem Institut national pour le Patrimoine Architectural (INPA, ehemals Service des Sites et Monuments nationaux) entschied sich die Stadt ebenfalls 1994 dafür, das Mansfeld-Areal und den Vorort Clausen in die (Puffer-)Zone der Altstadtviertel und Überreste der Festungsanlage der Stadt Luxemburg zu integrieren, für die eine Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste beantragt wurde. Die Eintragung in die Liste erfolgte im Dezember 1994.

Ab 2015 hat die Stadt weitreichende und umfassende Untersuchungen bezüglich der Unterschutzstellung der in ihrem Eigentum stehenden Areale durchgeführt. Schließlich eröffnete die Stadt 2017 den Mansfeld-Park, und 2018 erklärte die luxemburgische Regierung einen Teil des Areals zum nationalen Kulturerbe. Aktuell werden die Ausgrabungen fortgesetzt und die gefundenen Überreste werden unter Schutz gestellt. Zudem sieht das Programm des Ideenwettbewerbs vor, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.