Konzept der Stadt für sanfte Mobilität
Am Dienstag, den 20. Oktober 2026, stellte das Bürgermeister- und Schöffenkollegium auf einer Pressekonferenz sein Konzept für sanfte Mobilität vor, das im Rahmen des Mobilitätsplans der Stadt Luxemburg entwickelt wurde. Dieser legt die bis 2035 angestrebten Ziele im Bereich der städtischen Mobilität fest und zielt darauf ab, die Verkehrsbedingungen für den Fuß- und Radverkehr nachhaltig zu verbessern.
Bei dieser Gelegenheit erläuterte der für Mobilität zuständige Schöffe Patrick Goldschmidt die Analysen und Erhebungen, die im Vorfeld der Ausarbeitung des Konzeptpapiers zur sanften Mobilität durchgeführt wurden. Außerdem ging er auf die Ausarbeitung der ausgewählten Vorschläge ein, die von kurzfristig umsetzbaren Empfehlungen bis hin zu längerfristigen Entwicklungen reichen und von einem geeigneten Überwachungssystem (Monitoring) begleitet werden. Bei der Pressekonferenz betonte Patrick Goldschmidt die engen Zusammenhänge zwischen der städtebaulichen Entwicklung der Hauptstadt und der städtischen Mobilität – ein Faktor, der bei der Ausarbeitung des Mobilitätsplans eine wesentliche Rolle spielte und bei der Weiterentwicklung des Fuß- und Radwegenetzes zu berücksichtigen sein wird. Der für Mobilität zuständige Schöffe hob zudem hervor, dass „die Mobilität in Luxemburg-Stadt auf einem harmonischen und respektvollen Miteinander aller Nutzenden der Infrastruktur und des öffentlichen Raums beruhen muss“.
Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Mobilitätsplans der Hauptstadt
Wie in der Schöffenratserklärung für den Zeitraum 2023–2029 dargelegt, soll das Radwegenetz ausgebaut, optimiert sowie sicherer und kohärenter gestaltet werden. Dies gilt insbesondere für die Hauptverkehrsachsen, in und zwischen den Stadtvierteln sowie zu den angrenzenden Gemeinden. Gleichzeitig sollen die Fußwege im öffentlichen Raum optimiert werden. Diese Ziele spiegeln sich im Mobilitätsplan 2035 der Stadt Luxemburg wider. Auf dessen Grundlage hat der Schöffenrat die Erstellung eines Konzepts für sanfte Mobilität beschlossen, das in enger Zusammenarbeit zwischen den städtischen Dienststellen und den Planungsbüros Gehl, LSC 360 und TRAMP entwickelt wurde.
Bei den in diesem Dokument vorgestellten Ergebnissen handelt es sich um die Empfehlungen der Planungsbüros. Die mögliche Umsetzung der verschiedenen Vorschläge wird seitens der Stadt Luxemburg umfassend und interdisziplinär geprüft. Je nach Durchführbarkeit werden die Vorschläge anschließend in die Projekt- und Investitionsplanung der Stadt einbezogen. In diesem Zusammenhang plant die Stadt Luxemburg in den nächsten Projektphasen auch eine Bürgerbefragung.
Fuß- und Radverkehr im Mittelpunkt der städtischen Mobilitätsstrategie
Ziel ist es, den Fuß- und Radverkehr im Straßenraum nachhaltig zu stärken. Als Grundlage für die Planung dient das im Mobilitätsplan der Stadt Luxemburg definierte Zielnetz. Im Zuge der Ausarbeitung des Konzepts für sanfte Mobilität wurden im Straßennetz 21 Korridore mit einer Gesamtlänge von 17,8 km sowie 30 Verbindungspunkte identifiziert.
Um die angestrebten Ziele hinsichtlich der Verbesserung und Erweiterung der Rad- und Fußwege zu erreichen, wurde ein Bewertungs- und Analysesystem entwickelt. Bei der Fahrradinfrastruktur stützt sich diese Bewertung auf vier wesentliche Kriterien: Sicherheit, Komfort, Attraktivität und die Direktheit einer Strecke. Im Hinblick auf die Fortbewegung zu Fuß gilt ein fünftes Kriterium: die Qualität des Aufenthalts im öffentlichen Raum, die einen entscheidenden Faktor darstellt. Weitere Kriterien, die in das Bewertungssystem einfließen, sind Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern, Unfallzahlen, laufende Projekte, kurzfristig umsetzbare Empfehlungen sowie fehlende Anbindungen im bestehenden Netz.
Die Anwendung dieser Methodik und der verschiedenen oben genannten Kriterien hat ergeben, dass das bestehende Netz für den Fußverkehr bereits sehr gut auf die Bedürfnisse der Nutzer/innen zugeschnitten ist. Für die Radwege im Zielnetz des Konzepts für sanfte Mobilität hat das Planungsbüro Gehl insgesamt fünf Kategorien festgelegt:
- Einrichtungsradweg
- Zweirichtungsradweg
- Fahrradstraße
- Mischverkehr
- Verbindungspunkte
Auswertung der Empfehlungen
Auf Grundlage dieser fünf Kategorien wurden anschließend für jeden der identifizierten 21 Korridore und 30 Verbindungspunkte Konzeptpläne ausgearbeitet. Deren Umsetzbarkeit wird unter Berücksichtigung der bestehenden Infrastruktur, der laufenden und künftigen Entwicklungen sowie der geltenden Normen und Vorschriften geprüft, um eine kurz-, mittel- oder langfristige Realisierung zu ermöglichen.
Für eine kurzfristige Realisierung hat das Planungsbüro Gehl folgende Korridore vorgeschlagen:
- Boulevard Franklin D. Roosevelt und Avenue Marie-Thérèse
- Avenue Jean-Pierre Pescatore
- Boulevard Marcel Cahen und Place de France
- Rue des Aubépines (Abschnitt zwischen Val Ste Croix und der Route d’Arlon)
- Rue de Trèves und Rue de Cents
- Allée Pierre de Mansfeld
- Rue de Merl
- Boulevard de Verdun und Boulevard Grande-Duchesse Joséphine-Charlotte
Kontinuierliche Überwachung und Bewertung für stetige Verbesserungen
Um die Qualität dieses flexiblen Konzepts für sanfte Mobilität kontinuierlich zu verbessern, ist eine Bewertung der umgesetzten Maßnahmen nach dem Prinzip „Messen, Testen, Optimieren“ vorgesehen. Regelmäßige Erhebungen zur Nutzung der Fuß- und Radwege helfen uns, das Mobilitätsverhalten besser zu verstehen. So lässt sich genau analysieren, welche Maßnahmen wirken und wo noch Anpassungen nötig sind.