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Beschreibung

Abt Pierre Clomes wurde am 15. Januar 1790 in Useldingen geboren. Er hat sich als Wohltäter hervorgetan: Er hat dem Staat eine bedeutende Bibliothek vermacht und einen Stipendienfonds für die schulische Ausbildung ins Leben gerufen. Pierre Clomes kam als Sohn des Landwirts Guillaume Clomes und von Marguerite Muller auf die Welt. Eigentlich sollte er den Bauernhof seiner Eltern übernehmen. Da er sich für Schrift und Sprache interessierte, brachte ihm der Dorfvikar Mathias Wolff die Grundlagen des Lesens und Schreibens bei. Von 1802 bis 1808 besuchte er die Sekundarschule Luxemburgs, das Athénée de Luxembourg. Anschließend brach er an der Spitze einer kleinen Gruppe von Priesteranwärtern zum Priesterseminar in Marseille auf. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1811 trat er in das Priesterseminar in Metz ein. 1814 wurde er nach seiner Priesterweihe zum Vikar in Esch-Sauer ernannt. Nach sechs Monaten in diesem Dorf in den Ardennen wurde er zum Lehrer an das Athénée berufen, das damals den Namen Athénée Royal Grand-Ducal (Königlich-Großherzogliches Athenäum) trug. Hier unterrichtete er bis zu seinem Tod am 28. April 1853.

Pierre Clomes war auch einer der Mitbegründer der 1845 gegründeten Société pour la recherche et la conservation des monuments historiques au Grand-Duché. Während seiner Lehrtätigkeit legte er eine beachtliche Privatbibliothek mit 4408 Werken an, die insgesamt 10 436 Bände umfasst. Hierbei engagierte er sich dafür, möglichst viele der Bücher zusammenzutragen, die im Zuge der Französischen Revolution aus luxemburgischen Bibliotheken geraubt worden waren. Mit seinem Testament vom 28. Oktober 1851 verfügte er, dass die Bibliothek nach seinem Tod für 4000 Francs an das Athénée Royal Grand-Ducal verkauft werden sollte. Der Betrag war dazu bestimmt, das Kapital des zu Lebzeiten von ihm gegründeten Stipendienfonds „Pierre Clomes“ auf 10 000 Francs zu erhöhen. Der Stipendienfonds für eine schulische Ausbildung am Athénée war für Familienmitglieder bestimmt, oder alternativ jeweils für einen jungen Mann aus Luxemburg aus bescheidenen Verhältnissen. Die Stiftung wurde 1855 vom Staat genehmigt.

Clomes hat sich auch durch eine Reihe von Publikationen einen Namen gemacht, darunter die „Deutsche Sprachlehre für Schulen und Gymnasien“ von 1817 und das „Elementarbuch der Erdbeschreibung zum Gebrauche der Primarschulen des Grossherzogtums Luxemburg“ von 1828, ein Handbuch, das bis 1848 in drei Auflagen erschienen ist. Le Elementarbuch der Erdbeschreibung zum Gebrauche der Schullehrer des Grossherzogtums Luxemburg (1828). Seine Studie „Versuch einer statistisch-geografischen Beschreibung des Grossherzogtums Luxemburg“ wurde 1840 Bestandteil des Lehrplans am Athénée Royal Grand-Ducal. In Zusammenarbeit mit den Lehrern des Athenäums Joachim und Wolff hat er weiterhin unter dem Titel „Grammaire théorique et pratique de la langue latine à l’usage de l’Athénée de Luxembourg“ eine theoretische und praktische Grammatik der lateinischen Sprache zum Gebrauch an dieser Schule veröffentlicht.

In einem Presseartikel im Luxemburger Wort der damaligen Zeit wird berichtet, dass Abt Pierre Clomes kurz vor seinem Tod – er verstarb nach kurzem aber qualvollen Leiden – ein Kreuz fest an die Brust hielt und folgende Worte sprach: „Der Wille Gottes war immer auch mein Wille.“ Der Trauerzug zog unmittelbar nach der Schlussprozession der Muttergottesoktav durch die Stadt. Drei Autoren haben dem Leben von Pierre Clomes eine Biografie gewidmet: Michel Muller (1853), Auguste Neyen (1860) und Georges Majerus (2016).

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