Eine Rose zu Ehren von Lily Unden
Das Denkmal zu Ehren von Prinzessin Amalia wurde 1876 im Stadtpark errichtet. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Einweihung haben das Bürgermeister- und Schöffenkollegium der Stadt sowie der Verwaltungsrat des gemeinnützigen Vereins Patrimoine Roses Luxembourg am Mittwoch, den 16. September 2026 zu einer Gedenkfeier eingeladen. Höhepunkt der Feier war die Taufe der neuen Rose, die der luxemburgischen Malerin und Dichterin Lily Unden (1908–1989) gewidmet ist.
Nach der Begrüßungsansprache von Bürgermeisterin Lydie Polfer gab Robert L. Philippart, Historiker und Mitbegründer von Patrimoine Roses Luxembourg, einen Überblick über das Leben von Prinzessin Amalia. Amalia Maria da Gloria Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde 1830 geboren. Sie war die erste Ehefrau von Heinrich von Oranien-Nassau, Prinz der Niederlande, der von 1850 bis 1879 mit der Verwaltung des Großherzogtums betraut war. Die aufgrund ihrer Großzügigkeit und ihres Engagements für Bedürftige bei der luxemburgischen Bevölkerung äußerst beliebte Prinzessin Amalia sprach sich zudem für die Unabhängigkeit Luxemburgs aus, als Napoleon III sich das Land im Zuge seiner ehrgeizigen Pläne einzuverleiben drohte.
Anschließend würdigte Isabelle Schlesser, eine Nachfahrin der Familie Unden, den beeindruckenden Lebensweg und den Mut von Lily Unden. Lily Unden kehrte in jungen Jahren zusammen mit ihrer Familie nach Mühlenbach in der Stadt Luxemburg zurück, als der Erste Weltkrieg schon ausgebrochen war. Nach Abschluss ihres Studiums an der Kunsthochschule trat sie dem Cercle Artistique Luxembourgeois (Luxemburgischer Kunstverein, CAL) bei, wo sie regelmäßig ihre Werke ausstellte. Im Jahr 1942 wurde Lily Unden als Mitglied des Widerstands festgenommen und in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Nach ihrer Befreiung führte sie ihre Kunstausbildung in New York fort. Später unterrichtete sie Kunst in verschiedenen schulischen Einrichtungen in Luxemburg. Literarisch widmete sie sich der Poesie und brachte ihre Erinnerungen an die Kriegsgefangenschaft zu Papier. Neben zahlreichen Auszeichnungen für ihr Engagement im Widerstand erhielt die Autorin die silberne Dicks-Rodange-Lentz-Plakette der Actioun Lëtzebuergesch.
Im Anschluss daran stellte Ann Velle-Boudolff die neue Rosensorte vor, die auf den Namen „Petite Lily“ getauft wurde. Sie hat die Rose im Auftrag von Lens Roses gezüchtet. Die von Lily Unden inspirierte Zwergrose zeichnet sich durch eine Vielzahl an leuchtend rosa Blüten und ihr olivgrünes Blattwerk aus. Die Eleganz, üppige Blütenpracht und bemerkenswerte Wuchsfreudigkeit der Rose symbolisieren das Durchhaltevermögen, die Charakterstärke und die Fähigkeit von Lily Unden, selbst schwierigste Herausforderungen zu meistern. Durch diese neue Sorte werden ihr Lebensweg und ihre Persönlichkeit auf ganz besondere Weise gewürdigt.
Die Taufe der Rose selbst wurde von Marie und Brieuc Alesi, den Kindern von Frau Schlesser, vorgenommen. Den Abschluss der offiziellen Gedenkfeier bildeten die Unterzeichnung der Taufurkunde der Rose sowie die anschließende Ansprache von Nicole Trossen, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Patrimoine Roses Luxembourg.
Danach waren die Gäste zu einem von der Stadt Luxemburg und Patrimoine Roses Luxembourg ausgerichteten Empfang geladen.