Ausstellung von Pe’l Schlechter im Konviktsgaart
Am Montag, den 20. April 2026 hat der Schöffenrat der Stadt die Ausstellung über das Werk von Pe’l Schlechter eröffnet. Der Künstler gilt als Pionier der luxemburgischen Comicszene und ist eine Symbolfigur des grafischen Schaffens in Luxemburg. Anlässlich der Vernissage erzählte der Künstler, der derzeit im Konviktsgaart wohnt, von seinem künstlerischen Werdegang, seinen zentralen Werken, seinen Inspirationsquellen sowie der Entwicklung seines Stils im Laufe der Jahrzehnte.
Die gesellige, von regem Austausch geprägte Veranstaltung war auch eine gute Gelegenheit für den Schöffenrat, den am 20. April 1921 geborenen Pe’l Schlechter zu würdigen und ihm alles Gute zu seinem 105. Geburtstag zu wünschen.
Pe’l Schlechters Werdegang – zwischen Kunst, Erinnerungen und Literatur
Pe’l Schlechter wurde im Jahr 1921 geboren. 1937 beginnt er eine Ausbildung zum Bautechniker am Lycée des Arts et Métiers. Der Zweite Weltkrieg bildet eine Zäsur in der beruflichen Laufbahn des jungen Mannes: Zuerst wird er zum Reichsarbeitsdienst eingezogen, anschließend für den Militärdienst zwangsrekrutiert.
Nach 1945 erstellt er im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Architekten Pierre Reuter und Léon Loschetter Pläne und Bauzeichnungen für den Wiederaufbau und Neubau von Kirchen. Vor der Gründung seines eigenen Grafikstudios arbeitet er auch mit dem Architekten Pierre Gilbert zusammen. 1972 stößt er schließlich zum Team der Foires Internationales de Luxembourg.
Im Zuge seiner langen Karriere gestaltet der produktive Künstler unzählige Werbeplakate, Logos, Verpackungen, Briefmarken, Medaillen und Schmuckstücke. Doch damit nicht genug: Im Jahr 2012 erweitert er sein grafisches Werk um eine literarische Dimension – mit seiner Autobiografie „De Paul muss an de Krich“, in der er seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg verarbeitet. Das Buch wurde 2013 mit dem Lëtzebuerger Buchpräis ausgezeichnet.