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Beschreibung

Nicolas Hemmen, geboren am 24. Februar 1855, war einer der Wegbereiter des luxemburgischen Bildungswesens. Nach dem Abschluss der pädagogischen Hochschule war er zuerst als Lehrer in Monnerich tätig, bevor er 1885 nach Luxemburg berufen wurde, um dort an der 1880 gegründeten Schule für Taubstumme die Organisation und Leitung des Unterrichts zu übernehmen. Als er 1923 in Rente ging, wurde er zum Ehrenlehrer dieser Bildungseinrichtung ernannt.

Nicolas Hemmen machte sich durch seine zahlreichen Konferenzen zum Thema Sportunterricht, Bildung von Sehbehinderten und von Personen mit Sprachschwierigkeiten einen Namen, die er sowohl in Luxemburg als auch im Ausland abhielt. Er war einer der Ersten, der mit seinen Tätigkeiten, Büchern, Konferenzen und Veröffentlichungen auf die Notwendigkeit der körperlichen Ertüchtigung aufmerksam machte.
Unter seinen zahlreichen veröffentlichten Studien sind Folgende besonders hervorzuheben: „Die Sprachgebrechen und deren Heilung unter der besonderen Berücksichtigung der sprachhygienischen Aufgabe der Schule“ (1896), „Die Behandlung des blinden Kindes in dem elterlichen Hause und in der Volksschule“ (1896), „Vorurteile und Hindernisse welche der Entwicklung unseres Schulturnen entgegenstehen“ (1895), „Zur Fürsorge für die Idioten: Vortraggehilfen in den Lehrerkonferenzen“ (1897), „Freiübungen für Schul- und Turnvereine“ (1920).

In der Hoffnung, das Rhythmus- und Musikgefühl gleichermaßen zu fördern, hatte Nicolas Hemmen beschlossen, die rhythmische Gymnastik durch Musik zu begleiten, und kann somit auch als Wegbereiter für den Erfinder der Rhythmischen Erziehung, Émile Jaques-Dalcroze (1865–1950), angesehen werden. Zu diesem Zweck komponierte er auch einige Lieder. Als Verantwortlicher für den Turnunterricht an der pädagogischen Hochschule wies er die angehenden Lehrerkräfte selbst in die von ihm befürworteten neuen Methoden ein. Nicolas Hemmen war nicht nur Gründungsmitglied, sondern auch 12 Jahre lang Vorstandsmitglied des Vereins Art à l'École. 1914 war er als Fechtlehrer beim Cercle d'Escrime tätig; darüber hinaus war er an der Organisation des Concours international de Gymnastique, de tir et sports athlétiques in Luxemburg beteiligt. Im Jahr 1919 setzte er sich aktiv für die Unterschriftenaktion ein, mit der die Verleihung eines Ehrenschwerts an Marschall Foch verfolgt wurde. 1920 wurde Nicolas Hemmen zum Vizepräsidenten der Fédération des Gymnastes ernannt. Nicolas Hemmen verstarb am 29. Juli 1924 an seinem Wohnsitz in der Avenue du Bois. Der von J. Keiffer, Chefinspektor der luxemburgischen Schulen, und vom Politiker Hubert Clement angeführte Trauerzug begab sich entsprechend dem letzten Willen des Verstorbenen ohne Blumen oder Kränze direkt zum Liebfrauenfriedhof, wo eine weltliche Trauerfeier abgehalten wurde. Die französische Regierung verlieh ihm aufgrund seiner besonderen Verdienste um das Bildungswesen den Offiziersorden des Ordre des Palmes Académiques.

 

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