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Filmtage 2018 - Menschenrechte

Une initiative de l’Ambassade d’Allemagne, de l’Ambassade d’Autriche et de l’Ambassade de Suisse au Luxembourg

Auch in Staaten, die sich damit rühmen, Menschenrechte in besonderem Maße zu schützen, müssen Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Recht auf soziale Sicherheit immer wieder neu erstritten werden und bedürfen in politischen Entscheidungsprozessen oftmals einer besonderen Rechtfertigung.

Im Jahr 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte deklariert. Genau 70 Jahre danach haben wir das Thema « Menschenrechte » für unsere Filmtage 2018 gewählt, weil es nach wie vor brisant ist und uns alle betrifft. Mit unseren sechs Filmbeiträgen wird das Spannungsfeld zwischen weltweitem Anspruch und individueller Wirklichkeit unterschiedlich beleuchtet. Unser « D-A-CH-Clip Wettbewerb » war eine Einladung an junge Menschen, ganz eigene Positionen zum Thema Menschenrechte zu entwickeln und in einem Filmclip umzusetzen. Die Einreichungen werden jeweils vor den Filmbeiträgen gezeigt und am 8.11.18 findet um 20 Uhr die Preisverleihung zum Wettbewerb in der Cinémathèque statt.

Menschenrechte bedürfen eines täglich gelebten Schutzes, eines wachen Bewusstseins und oftmals auch unvoreingenommenen Mutes – im Leben und in der Politik. In diesem Sinne mögen die gezeigten Filme Inspiration und Anregung sein! Wir freuen uns, Sie im Rahmen der Filmtage in der Cinémathèque begrüßen zu dürfen.

Das Kongo Tribunal

Me   07 | 11 à  18h30

Das Kongo Tribunal

Allemagne-Suisse 2017 | vo (fr+ang+all+swahili) stf+all | 100’ | c | Documentaire de : Milo Raus

In mehr als 20 Jahren hat der Kongokrieg bereits über 6 Millionen Tote gefordert. Die Bevölkerung leidet unter einem Zustand völliger Straflosigkeit, die Verbrechen des Krieges wurden nie juristisch verfolgt. Viele sehen in dem Konflikt eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung, liegen hier doch die wichtigsten Vorkommen zahlreicher High-Tech-Rohstoffe. Für Das Kongo Tribunal gelingt es Milo Rau, die Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo zu versammeln. Er lässt erstmals in der Geschichte des Krieges drei Fälle exemplarisch verhandeln und entwirft ein unverschleiertes Porträt des größten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheitsgeschichte. Dabei entsteht ein menschlich erschütterndes, analytisch tiefgründiges Tableau der neokolonialen Weltordnung.

The most ambitious piece of political theatre ever staged. A landmark project.

Murer – Anatomie eines Prozesses

Me   07 | 11 à  20h30

Murer – Anatomie eines Prozesses

Autriche-Luxembourg 2018 | vo (all+ang+hébreu+yiddish) stall | 102‘ | c | De: Zohra Berrachet | Avec : Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Johanna Gastdorf ► Meilleur film de fiction, Festival Diagonale 2018

Österreich, Anfang der 60-er Jahre. Wegen Kriegsverbrechen steht der angesehene Lokalpolitiker und Großbauer Franz Murer, der von 1941-43 für das Ghetto von Vilnius verantwortlich war, vor Gericht. Überlebende des dort begangenen Massenmordes reisen an, um auszusagen und Gerechtigkeit zu erwirken. Basierend auf den originalen Gerichtsprotokollen wird von einem der größten Justizskandale der Zweiten Republik erzählt. Der Film zeigt schonungslos die Ohnmacht der Wahrheit – und wie leicht Politik jenseits moralischer Werte agieren kann – wenn alle mitspielen. Der Eröffnungsfilm der Diagonale 2018 wurde als bester Spielfilm ausgezeichnet.

In seinem Gerichtsdrama nach einer wahren Begebenheit seziert Christian Frosch das Österreich der Nachkriegszeit als Ort des Verdrängens und des nach wie vor manifesten Antisemitismus.

Machines

Je   08 | 11 à  18h30

Machines

Inde-Allemagne-Finlande 2017 | vostang+all | 75’ | c | Documentaire de : Rahul Jain World Cinema ► Documentary Special Jury Award for Best Cinematography, Sundance Film Festival 2017

Eine riesige Textilfabrik in Gujarat, Indien: Hier wird produziert, was bei uns für wenig Geld über die Ladentheken von Bekleidungsgeschäften geht. Die Gänge in der Fabrik sind unübersichtlich, die Arbeit ist hart und unmenschlich. Die Industrialisierung, die im Gebiet Sachin unreguliert passierte, vergrößerte die Kluft zwischen dem Westen und den Entwicklungsländern: Bei uns werden Arbeiter seit jeher durch Gesetze geschützt, in Indien herrschen Arbeitsbedingungen wie in den ersten Fabriken der Menschheitsgeschichte. In Machines zeigt Regisseur Rahul Jain, dass sich nicht viel verbessert hat. Er zeigt tausende Arbeiter, die jeden Tag in derselben Umgebung schuften und leben. Einige der Ausgebeuteten interviewt er. Es wird klar: Wenn sie sich nicht zusammenschließen, werden sie Gefangene der kapitalistischen Maschine bleiben...

A bracingly physical documentary about the true cost of cheap labor.

Raving Iran

Je  08 | 11 à  20h30

Raving Iran
Suisse 2016 | vo farsi stang+all | 84’ | c | De : Susanne Regina Meures

Arash und Anoosh arbeiten als DJs in Teherans Underground-Technoszene. Ohne Zukunftsaussichten und dem ewigen Versteckspiel müde, planen sie unter gefährlichen Umständen einen letzten manischen Rave in der Wüste. Zurück in Teheran, versuchen sie ihr illegales Musikalbum ohne Bewilligung unter die Leute zu bringen. Als Anoosh bei einer Party verhaftet wird, erlischt auch der letzte Funke Hoffnung. Doch dann erreicht sie ein Anruf aus Zürich von der größten Techno-Party der Welt. Die Euphorie in der Schweiz verflüchtigt sich jedoch schnell, als ihnen der Ernst der Lage bewusst wird.

Der Dokumentarfilm Raving Iran ist Resultat eines Glücksfalls, oder besser: mehrerer Glücksfälle. Die Regisseurin Susanne Meures konnte ihre beiden Protagonisten just in jenem Jahr begleiten, in dem so viel passiert ist, dass sich damit zwei Filme füllen ließen. Sie hatte außerdem das Glück, zwei Protagonisten zu finden, die nicht weniger sind als ein match in heaven, ein cineastisches Traumpaar.

Alles unter Kontrolle

Ve   09 | 11 à  18h30

Alles unter Kontrolle

Autriche 2015 | vostall | 93’ | c | Documentaire de : Werner Boote

Facebook, Amazon und Google liefern uns rund um die Uhr den Zugang zur bequemen digitalen Welt! Überwachungskameras auf der Straße sorgen für unsere Sicherheit. Aber wer sammelt eigentlich unsere Fingerprints, Iris-Scans, Vorlieben beim Online-Shopping und was wir in den sozialen Netzwerken teilen? Ist uns unsere Privatsphäre gar nicht mehr so wichtig? Gewohnt charmant macht sich der neugierige Filmemacher Werner Boote auf den Weg rund um den Globus, um die „schöne neue“ Welt der totalen Kontrolle zu erkunden. Alles unter Kontrolle von Werner Boote (Plastic Planet, Population Boom) – ein aufrüttelnder Film über die Selbstverständlichkeit der Überwachung.

► Im Anschluss an den Film laden die Botschafter ab 20:30 Uhr zu einem Empfang im Foyer der Cinémathèque ein.

Mustang

Ve   09 | 11 à  21h00

Mustang

France-Allemagne-Turquie 2015 | vo turque stang+all | 100’ | c | De : Deniz Gamze Ergüven | Avec: Marie Leuenberger, Maximilian Simonischek, Peter Freiburghaus ► Europa Cinema Label Award, Festival de Cannes 2015

Das Filmdrama spielt in einem abgelegenen türkischen Dorf und schildert das Leben fünf junger Schwestern, die bei ihrer Großmutter aufwachsen, aus der Sicht der jüngsten Schwester, Lale. Nicht immer gelingt es ihnen, durch trickreiche Manöver ihre Lebensfreude zu behalten und durch Ausreißen ihre Freiheit gegen die Einschränkungen einer repressiven, patriarchal geprägten Gesellschaft zu verteidigen. Die Eingangsszene des Films basiert auf persönlichem Erleben der Regisseurin Ergüven. Es ist ihr erster fiktionaler Film.

Ergüven isn't peddling blind optimism so much as a realism animated by the belief that freedom - far from being inevitable - must be fought for. That it will be fought for.

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Coordonnées

Cinémathèque

17, place du Théâtre
L-2613 Luxembourg
Administration, archives et bibliothèque
10, rue Eugène Ruppert
L-2453 Luxembourg

Horaires d'ouverture

Horaires d'été du lundi au vendredi

Séances journalières à 18h30 et à 20h30
Ouverture billetterie : 30 minutes avant les séances

Horaires d'été du samedi et dimanche

Samedi : 19h et 21h30
Dimanche : 15h, 17h et 20h30