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Gleichstellung von Frauen und Männern

Ziele

Die Stadt Luxemburg setzt sich für die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie von Mädchen und Jungen in allen Lebensbereichen ein. Sie erkennt die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern sowie von Mädchen und Jungen an und berücksichtigt diese im Rahmen ihres Angebots von öffentlichen Diensten sowie Kultur-, Sport- und Freizeitaktivitäten, damit sie allen Bürgerinnen und Bürgern eine gute Lebensqualität bieten kann.

Europäische Charta

Am 23. März 2009 hat die Stadt Luxemburg die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene unterzeichnet. Als Unterzeichnerin der Charta ist die Stadt aufgefordert, auf ihrem Gebiet die in den 30 Artikeln der Charta festgelegten Verpflichtungen umzusetzen.

Um die erfolgreiche Umsetzung sicherzustellen, hat sich die Stadt verpflichtet, einen kommunalen Aktionsplan zu erarbeiten, in dem die erforderlichen Prioritäten, Maßnahmen und Ressourcen festgelegt sind. Die Stadt will zudem mit den auf ihrem Gebiet ansässigen Institutionen und Organisationen zusammenarbeiten, um die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern, deren unterschiedliche Bedürfnisse und den damit verbundenen Reichtum zu berücksichtigen sowie sich den diesbezüglichen Herausforderungen zu stellen.

Aktionsplan 2015–2018

Der kommunale Aktionsplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern dient zur Umsetzung der kommunalen Gleichstellungspolitik und wurde anhand der Methode der „vier Schritte des Gender-Mainstreamings“ erstellt:

  • Analyse der Ausgangssituation
  • Formulierung von Zielen, die innerhalb von vier Jahren erreicht werden sollen, um die Ausgangssituation zu verbessern
  • Festlegung der Maßnahmen, durch die diese Ziele erreicht werden können, Bestimmung der Indikatoren und Fristen sowie Wahl der Partner zur Umsetzung
  • Bewertung des Fortschritts anhand der festgelegten Indikatoren

Prioritäten im Bereich Gleichstellung

Der Aktionsplan 2015–2018 enthält die Prioritäten der Kommunalpolitik in Sachen Gleichstellung und setzt sich im Wesentlichen aus fünf Teilen zusammen. Diese umfassen 19 Artikel der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene, die vom Rat der Gemeinden und Regionen Europas erarbeitet wurde:

  • Dienstleistungen: Maßnahmen, die sich auf die Qualität der angebotenen Dienstleistungen und deren Anpassung an die Bedürfnisse und Interessen von Frauen und Männern beziehen
  • Planung und nachhaltige Entwicklung: soziale, umweltpolitische und wirtschaftliche Verantwortung der Stadt bei der Entwicklung des urbanen Raums; Maßnahmen zur Anpassung des öffentlichen Raums an die Bedürfnisse von Frauen und Männern; Förderung einer ausgeglichenen Teilnahme von Frauen und Männern an der gesellschaftlichen Entwicklung
  • Rolle der Arbeitgeber/innen: Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Unternehmen/Einrichtungen mit direktem Bezug zum Personalmanagement
  • Governance: Maßnahmen bezüglich der Entscheidungsfindung, Organisation und Kommunikation im Rahmen der Gleichstellungspolitik
  • Allgemeiner Rahmen: Die Umsetzung der Gleichstellungspolitik beruht auf einer eingehenden Analyse der Situation und fügt sich in einen umfassenderen Rahmen verschiedener Arten der Diskriminierung ein.

Der Bereich Governance stellt die Querverbindung zu diesen Schwerpunkten dar und umfasst Struktur- und Kommunikationsmaßnahmen, welche für eine wirksame Umsetzung der Gleichstellungspolitik erforderlich sind.

Jedes Jahr wird der Fortschritt bei der Umsetzung des Aktionsplans in einem Jahresbericht bewertet und dokumentiert. Der Aktionsplan wird anhand der Ergebnisse der Bewertung und entsprechend der gesellschaftlichen Entwicklung neu ausgerichtet.

Anne-Beffort-Preis

Seit 2003 vergibt das Bürgermeister- und Schöffenkollegium der Stadt Luxemburg auf Initiative der beratenden Kommission für Chancengleichheit (Commission consultative pour l'égalité des chances entre femmes et hommes) jedes Jahr den Anne-Beffort-Preis. Dieser Preis ist nach der Mitgründerin des Lycée de jeunes filles (Gymnasium für junge Mädchen) in Luxemburg und der ersten Professorin des Großherzogtums benannt.

Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird einer Einzelperson, einer gemeinnützigen Organisation, einer Gruppe oder einer Institution verliehen, die sich auf dem Stadtgebiet für die Förderung der Chancengleichheit der Geschlechter einsetzt.

Preisträger/innen des Anne-Beffort-Preises 2003–2019

2019: Konservatorium der Stadt Luxemburg

Für den Tanzkurs für Jungen im Rahmen des Teilprogramms für Bühnenkunst. Hiermit würdigte die Stadt das Engagement des Konservatoriums bei der Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern im Kulturbereich: Dieser Kurs ist eine echte Ermutigung für Jungen, die Tänzer werden möchten. Er hat es einigen Schülern ermöglicht, erfolgreich im Ausland Tanz zu studieren.

2018 – Voix de jeunes femmes

„Voix de jeunes femmes“ ist eine Gruppe junger Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 30 Jahren, die mit dem Ziel gründet wurde, junge Menschen in den Kampf gegen Sexismus einzubeziehen und die Benachteiligungen, denen sie ausgesetzt sind, aufzuzeigen. Es war der Stadt ein Anliegen, das Engagement des Vereins im Bereich der Förderung der Chancengleichheit, der Gleichberechtigung und der Gleichbehandlung von Frauen und Männern anzuerkennen.

2017 – Colette Flesch

Die Stadt hat Frau Flesch für ihre beispielhafte Rolle gewürdigt, die die Politikerin für die Stadt Luxemburg, das Großherzogtum und Europa gespielt hat. Insbesondere wurde Frau Flesch für ihr Engagement in ihrer Zeit als erste Bürgermeisterin der Hauptstadt ab 1970 geehrt, als Frauen in der Politik noch in der Minderheit waren. Ebenso war sie in den 1960er-, 1980er- und 2000er-Jahren Mitglied der Abgeordnetenkammer und von 1980 bis 1984 stellvertretende Ministerpräsidentin in der Regierung Werner. Unvergessen bleibt auch ihre Arbeit auf internationaler Ebene, sei es als Mitglied des Europäischen Parlaments oder als Generaldirektorin der Europäischen Kommission für die Bereiche Kultur, Kommunikation, Sport und Übersetzung.

2016 – Planning Familial

Die Organisation wurde für ihr Programm „Cafés-Santé“ (Gesundheits-Cafés) für geflüchtete Frauen und Asylbewerberinnen ausgezeichnet. Sie bekämpft Gewalt gegen geflüchtete Frauen und setzt sich für Maßnahmen ein, die deren Integration fördern.

2015 – ALUPSE

Der luxemburgische Verein für Sozialpädiatrie ALUPSE (Association luxembourgeoise de pédiatrie sociale) wurde 1984 mit dem Ziel gegründet, über das Problem der Kindesmisshandlung im Großherzogtum Luxemburg zu reflektieren und dieses anzugehen. Während ihres Studiums der Kinderheilkunde, bei ihrer Arbeit in der Organisation ALUPSE und in ihrem Team hat sich Dr. Perez der Erforschung der Mutter-Kind-Bindung und der Errichtung diesbezüglicher Strukturen gewidmet. Insbesondere geht es um Situationen, in denen Frauen isoliert sind, unter einer psychischen Erkrankung leiden, in Armut leben oder Opfer von Gewalt sind. Ziel ist es, die Sozialpädiatrie in Luxemburg zu verbreiten.

2014 – Girls in Tech Luxembourg

Girls in Tech Luxembourg ist eine junge und dynamische Organisation, die im Januar 2014 gegründet wurde und sich für die digitale Weiterbildung von Frauen engagiert. Frauen erlernen den Umgang mit neuen Technologien und verschiedenen technischen Hilfsmitteln, was Ihnen den Zugang zu Arbeitsangeboten in diesem Feld eröffnet und im Arbeitsleben unverzichtbar ist. Die Organisation unterstützt Frauen auf verschiedenen Lernniveaus und hilft ihnen, mit den Anforderungen des Arbeitsmarkts Schritt zu halten: selbstbewusstes Auftreten in einem Bereich, in dem sie sich zuvor bisweilen nicht ausreichend auskannten, Entwicklung eines Netzwerks und Entwicklung von Kompetenzen im IT-Bereich.  

2013 – Planning Familial Luxembourg

Mit dem Anne-Beffort-Preis 2013 ehrte die Stadt das Engagement der Organisation Planning Familial Luxembourg für die Gleichstellung von Frauen und Männern im Gesundheitsbereich.

2012 – Femmes en détresse

Die Stadt hat das Engagement der Organisation Femmes en détresse (Frauen in Not) gewürdigt, die sich mit ihrem Service „Krank Kanner Doheem“ für eine bessere Vereinbarung von Berufs- und Privatleben einsetzt. Dabei werden kranke Kinder zu Hause von ausgebildeten Fachkräften betreut. Dank dieses Angebots können beide Elternteile weiter zur Arbeit gehen und sich sicher sein, dass ihr erkranktes Kind in guten Händen ist. So werden die Arbeitsbedingungen für berufstätige Frauen aktiv verbessert.

2011 – Sport a Fräizäit Zessingen

Seit der Gründung des Vereins im Jahre 1984 setzt sich der SaF mit zahlreichen Aktionen für die Geschlechtergleichstellung ein. So schrieb Gaston Zangerlé, ein Mitglied des SaF, 1998 mit seinem Buch „Elsy Jacobs, la grande-duchesse de la petite reine“ eine Hommage an die Radsportweltmeisterin. Drei Jahre später organisierte der SaF zum ersten Mal die sehr erfolgreiche „Randonnée Elsy Jacobs“ (Elsy-Jacobs-Rundfahrt) für Radtouristinnen und -touristen, die seitdem traditionell am 1. Mai in Garnich, dem Geburtsort von Elsy stattfindet. Im Jahr 2008 veranstaltete der Verein auch ein internationales Radrennen für Frauen.

Überdies verleiht der SaF seit 2010 auch den Preis „Mérite Elsy Jacobs“ an Personen, die sich besonders um den Frauensport verdient machen. Großen Zuspruch fanden im Jahr 2011 außerdem ein Rundtischgespräch zu den Herausforderungen des Frauenradsports und den Unterschieden zwischen dem Frauen- und dem Männerradsport sowie die „City Trophy Elsy Jacobs“, die zum ersten Mal in der Stadt Luxemburg ausgetragen wurde.

2010 – Josiane Kartheiser

Josiane Kartheiser ist Journalistin und Autorin von rund 15 Gedichtbänden, von Kabarettstücken, Kurzgeschichten, einem humoristisch-satirischen Touristenführer für die Stadt Luxemburg sowie einem Kinderbuch. Sie begann ihre Laufbahn zu einer Zeit, als es noch nicht viele Frauen gab, die ihre Werke veröffentlichten. Das Werk von Josiane Kartheiser zeichnet sich durch eine sehr feine und sensible Analyse der luxemburgischen Gesellschaft aus, sowie der Position der Frau, ihres Kampfs, ihrer Bemühungen um Emanzipation und der Suche nach ihrem Platz in allen Lebensbereichen.

2009 – Fédération des femmes cheffes d'entreprise au Luxembourg (FFCEL)

In diesem Verein ohne Gewinnzweck, der 2004 gegründet wurde, haben sich bislang mehr als 100 weibliche Unternehmensführerinnen verschiedener Branchen zusammengetan. Ziel des Vereins ist es, einen Bund aus Unternehmerinnen aufzubauen, um diese zu unterstützen, weiterzubilden und zu informieren. Folgende Ziele sollen dabei erreicht werden: verbesserte Sichtbarkeit, Angebot nationaler und internationaler Geschäftsgelegenheiten sowie Entwicklung der Solidarität und gegenseitigen Hilfsbereitschaft zwischen den Frauen. Zudem finden Aktionen statt, um die Öffentlichkeit auf das Thema Frauen in der Unternehmensführung aufmerksam zu machen und das Interesse an solchen Laufbahnen zu wecken.

2008 – Annette Schwall-Lacroix

Die Anwältin engagiert sich für eine stärkere Sensibilisierung für das Thema Emanzipation der Frau in Luxemburg. Sie erhielt den Preis für ihre Arbeit über die Verdienste von Aline Mayrisch auf dem Gebiet der Frauenrechte.

2007 – Marja-Leena Junker

Der Preis ging an die Schauspielerin, Regisseurin und künstlerische Leiterin des Théâtre du Centaure für ihr Engagement für weibliche Themen im Rahmen ihrer Theaterarbeit. Sie hat ein modernes Repertoire an Werken erschaffen, die die verschiedenen Aspekte im Leben einer Frau ansprechen, um zu sensibilisieren, zu informieren oder jenen eine Stimme zu geben, die sonst nie eine haben.

2006 – Cid-Femmes

Für Initiativen und pädagogische Maßnahmen, wie die Einrichtung einer öffentlichen Bibliothek in der Stadt mit rund 12 400 Dokumenten, die aufzeigen, dass der Lauf der Geschichte Europas und der Welt auch von Frauen beeinflusst wurde, die es verdient haben, dass die Nachwelt sich an ihre Errungenschaften erinnert. Weitere beachtenswerte Initiativen sind der „mädchenfreundliche Bücherkoffer“ und das Projekt „KeK – Kinder entdecken Künstlerinnen“. Die Organisation Cid-Femmes betreibt außerdem mehrere Initiativen mit dem Ziel, Menschen für Gender-Fragen zu sensibilisieren und zu einer toleranteren und auf Gleichheit bedachten Gesellschaft anzuregen. Insbesondere der Girls’ Day zeigt, dass Männer und Frauen sich in allen Berufen auf gleiche Weise weiterentwickeln können.

2005 – Femmes en détresse

Für die Initiative „Neen – géint d'Gewalt“. Dieses Projekt, das gemeinsam mit der Schulkommission in verschiedenen schulischen Einrichtungen der Stadt lief, setzte sich aus zwei Teilen zusammen: Präventions-Workshops im Grundschulunterricht und Intervention bei Kindern, die zu Hause Gewalt erfahren. Sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerschaft waren darin eingebunden.

2003 – Inter-Actions Faubourgs

Für das Projekt „Schläifmillen“ zur Wiedereingliederung junger arbeitsloser Menschen, das es insbesondere vielen jungen Frauen ohne Arbeit ermöglichte, an Wiedereingliederungsmaßnahmen in einem Entsorgungsunternehmen für Elektronikabfälle teilzunehmen und anschließend wieder Arbeit zu finden.