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Renaturierung des Petruss-Tals

Renaturation écologique Parc Vallée de la Pétrusse
06.02.2020
Stadtplanung und Wohnraum

Im Rahmen eines Pressetermins und einer Ortsbegehung stellte die Stadt Luxemburg am Donnerstag, den 6. Februar 2020 zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung und dem Wasserwirtschaftsamt ausführlich die erste Phase der Arbeiten vor, die im Rahmen der Renaturierung des Petruss-Tals durchgeführt werden. 
 

Aufwertung des Ökosystems 

Die ökologische Aufwertung des Petruss-Tals hat in erster Linie zum Ziel, die beeinträchtigten und künstlich umgebauten Ökosysteme zu verbessern und zu einem natürlicheren Zustand zurückzuführen. In diesem Zusammenhang müssen die natürlichen Bedingungen des Wasserlaufs insbesondere dadurch wiederhergestellt werden, dass das Betonbett entfernt und ein natürlicher Wasserlauf angelegt wird. Dies wird das Gleichgewicht der Pflanzen- und Tierwelt, des Nährstoffhaushalts und des Wassers verbessern. Zu diesem Zweck müssen heimische Gewächse angepflanzt, aber auch einige Bäume gefällt werden. Diese Maßnahme ermöglicht außerdem eine Ausweitung der Biotope in der urbanen Umgebung, wodurch für zahlreiche Pflanzen und Tiere ein dauerhafter Lebensraum geschaffen wird.

Wichtig ist zunächst, dass es an den Stellen, entlang derer der Fluss nach der Neugestaltung und dem Abgraben der Uferböschungen verläuft, keine Bäume gibt. Die geschwächten Bäume könnten umfallen und würden ein Sicherheitsrisiko für Spaziergänger/innen darstellen. Um zudem eine weitere Verschlechterung der Wasserqualität zu verhindern, müssen die Aushubarbeiten in verschiedenen Zonen durchgeführt werden. 

Einige Bäume müssen außerdem weichen, damit auf der Höhe des aktuellen Spielplatzes und der Minigolfanlage ein Erholungsbereich angelegt werden kann, der die Lebensqualität erhöhen und der Bevölkerung und den Gästen mehr Raum für Ruhe und Entspannung bieten soll.

Neben dem Fällen zahlreicher Bäume ist aber auch die Anpflanzung neuer Bäume an strategisch günstigen Orten sowie der Schutz besonderer Baumarten in Nähe der Baumaßnahmen vorgesehen.
 

Die ökologische Aufwertung der Petruss – ein Projekt in zwei Phasen

Die geplante Renaturierung der Petruss und die Neugestaltung der angrenzenden Parkanlage werden in zwei räumlich und zeitlich getrennten Bauphasen durchgeführt.

Das Gesamtprojekt umfasst verschiedene Teilprojekte, die teilweise unabhängig voneinander umgesetzt werden können. Einige sind indessen räumlich miteinander verbunden und erfordern komplexe Bauabläufe. Diese Arbeiten umfassen die Neugestaltung der Landschaftsarchitektur und die Neubepflanzung des direkten Gewässerumfelds und des angrenzenden Parkgeländes, die Renaturierung des Flussbetts und des direkten Gewässerumfelds, die Neugestaltung der Infrastruktur und der Ingenieurbauten, den Bau der „First Flush“-Anlage, die Umsetzung von Maßnahmen zur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie archäologische Ausgrabungen (St.-Ulrich-Kirche). Den Abschluss der ersten Projektphase bilden die Anpflanzungen und temporären Bauten für die LUGA 2023.

  • 1. Phase: Durchführung in mehreren Teilphasen

Die erste Baustellenphase betrifft das Gebiet des Petruss-Tals zwischen der Alzette-Mündung und der Bourbon-Schleuse. Das Bauvorhaben startet im Frühjahr 2020 und endet im Frühjahr 2023 mit der LUGA 2023, für die die ökologische Neugestaltung der Petruss ein wichtiges Element ist. 

  • Vorarbeiten (provisorischer Parkplatz, archäologische Ausgrabungen an der Place St Ulric)

Die archäologischen Ausgrabungen, die vom Centre National de Recherche Archéologique (Nationales Forschungszentrum für Archäologie, CNRA) ausgeführt werden, sollen im Frühjahr 2020 beginnen und rund sechs Monate dauern. Diese Ausgrabungen erfolgen so bald wie möglich, damit in der Folge die unterirdischen Anlagen, etwa die Gasleitungen, verlegt werden können.

  • Renaturierung des Wasserlaufs

Das Betonbett der Petruss wird entfernt, um wieder eine natürliche Morphologie des Wasserlaufs herzustellen. Anschließend wird die Flusssohle mit Natursteinen aufgeschüttet, und die Ufer werden mit dem Ziel neu angelegt, einen natürlichen Lebensraum für die Pflanzen- und Tierwelt zu schaffen. Durch die Anpflanzung eines Auwalds und die Pflanzenabfolge an den Ufern wird ein ökologischer Korridor entstehen. Dank der Renaturierung wird der Wasserfluss naturbelassener und verlangsamt, was die Überschwemmungsgefahr verringert.

  • „First Flush“

Der Bau der „First Flush“-Anlage erfolgt unabhängig von den anderen Bauphasen. Dieses für 2020 geplante Projekt umfasst den Bau der Wasserfassungsanlage „First Flush“ an der Stelle, an der die Petruss auf Höhe der Adolphe-Brücke an das städtische Netz zur Kanalisierung des Regenwassers angeschlossen ist. Der Bau dieser Anlage wird die Wasserqualität vor allem in Trockenperioden, auf die starke Regenfälle folgen, verbessern, da sie verhindern wird, dass erhebliche Verschmutzungen, vor allem durch Einleitungen vom Straßenverkehr und atmosphärischer Ablagerungen, in das Netz zur Ableitung von Regenwasser und anschließend in die Petruss geleitet werden. 

  • Spielplatz / Fitness-Parcours / Minigolf / Bourbon-Schleuse / Fischtreppe / Skatepark

Diese Bauphase umfasst u. a. den Rückbau der bestehenden Ufermauern, den Rückbau der bestehenden Uferbefestigung, die Errichtung der neuen Ufermauer in Strömungsrichtung links, die Renaturierung und die damit verbundenen Erdarbeiten, Oberflächenanpassungen sowie Bepflanzungen. Um den visuellen Aspekt entsprechend der als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuften Befestigungsanlage der Stadt Luxemburg zu erhalten, wird für bestimmte neue Mauerelemente Naturstein verwendet.

Nach Abschluss dieser Arbeiten werden die Fischtreppe, der Erholungsbereich „Liegewiese“ und der Skatepark (wasser- und felsseitig) angelegt.
 

  • 2. Phase: von der Bourbon-Schleuse bis zur Rue d'Anvers

Die zweite Projektphase wird ab Frühjahr 2024 durchgeführt und umfasst die Renaturierung des Petruss-Tals und die Neugestaltung des angrenzenden Parks zwischen der alten Bourbon-Schleuse, die in der ersten Bauphase entfernt wird, und der Rue d'Anvers (nach der LUGA 2023).
 

Detaillierte Angaben zur Gestaltung der Parkanlage

Für die geplante Renaturierung und Neugestaltung des Petruss-Tals ist die Umsetzung der folgenden Elemente prägend:

  • Anlegung eines Erholungs- und Freizeitbereichs am Parkeingang (Rue St.-Ulrich)
  • Erneuerung der Spielplätze und Sportanlagen sowie des Fitness-Parcours und der Minigolfanlage am Parkeingang (felsseitig)
  • Einbindung des bestehenden Skateparks in die neue Anlage
  • Anbringen von Sitzstufen und Balkonen an verschiedenen Stellen der Uferböschung der Petruss
  • Bau eines 4,50 Meter breiten befahrbaren Wegs entlang des Wasserlaufs über die gesamte Länge des Tals sowie eines zwei bis drei Meter breiten, nicht befahrbaren Wegs auf der gegenüberliegenden Seite des großen Rundwegs, in Nähe des Wasserlaufs
  • Neugestaltung der Ingenieurbauwerke, welche die bestehenden Bauwerke ersetzen, einschließlich sechs neuer Brücken (zwei befahrbare Bauten, und vier für Spaziergänger/innen)
  • Wiedereinführung von Fischarten durch das Anlegen eines Fischpasses, der eine Fischwanderung zwischen den Flüssen Alzette und Petruss ermöglicht
     

Praktische Informationen zum Zugang

Die beidseitige Verkehrsführung entlang des Flusses wurde teilweise neu geplant. Daher werden bestehende Brücken abgerissen und neue Übergänge über den renaturierten Fluss errichtet. Die im Petruss-Tal existierenden Brücken und Übergänge werden für den Besucherverkehr solange wie möglich erhalten. Die Baumaschinen, die dieselben Übergänge benutzen, gelangen über die Rue de Prague und die Montée de la Pétrusse oder die Place St Ulric auf das Gelände. 

Während der gesamten Dauer der Bauarbeiten ist der Zugang für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen gewährleistet, und es wird ein entsprechendes Schild aufgestellt, das über Umleitungen informiert.
 

Haushaltsvoranschlag

Der Haushaltsvoranschlag für die erste Phase der ökologischen Aufwertung des Petruss-Tals beläuft sich auf 25 909 385,84 €. Die Finanzierung ist durch die Stadt Luxemburg und den Fonds pour la Gestion de l'Eau (Wasserfonds) sichergestellt.